The Fighter

ANSPRUCH:  

**

TITEL:  

The Fighter

SPANNUNG:  

**

ENTSTEHUNGSLAND:  

USA

ACTION:  

**

ERSCHEINUNGSJAHR:  

2010

HUMOR: 

**

REGIE:  

David O. Russell

EROTIK:  

**

DARSTELLER:  

Mark Wahlberg

Christian Bale

Melissa Leo

Amy Adams

GEWALT:  

***

LÄNGE:  

115 Minuten

GENRE:  

Drama

Sportfilm

DEUTSCHER KINOSTART:  

7. April 2011

ALTERSFREIGABE:  

F.S.K. 16

INTERNETSEITE:  

http://www.thefightermovie.com/

 The Fighter Kinoplakatmotiv

WERTUNG:

Der Daumen schräg nach oben

Dieser Film könnte ihnen gefallen, wenn sie ROCKY von und mit Sylvester „Sly“ Stallone und MILLION DOLLAR BABY mit Hillary Swank von Clint Eastwood mochten.

 

Inhalt

Micky und Dicky, zwei sehr ungleiche Brüder, die von einer Leidenschaft verbunden werden, der Liebe zum Boxsport. Während Dicky`s letzer, erfolgreicher Fight Jahre zurückliegt und sein guter Ruf als Lokalheld unter seiner Crackabhängigkeit zu zerbröckeln beginnt, versucht sein kleiner Bruder Micky in seine Fußstapfen zu treten. Gemanagt wird er dabei stets von seiner Mutter die ihm Tag für Tag seine Abhängigkeit von der Familie einbläut, ebenso wie die angeblich bösen Absichten der restlichen Welt. Als Micky die attraktive und rebellische Charlene kennenlernt, verlieben sich die beiden auf Anhieb ineinander. Nun steht der unsichere Micky zwischen seiner dickköpfigen und mit Verlustängsten konfrontierten Mutter, die ihn nicht in die Welt entlassen möchte und seiner nicht minder schlagkräftigen Freundin, die ihm rät, sich von seiner Familie zu distanzieren und sich voll und ganz dem professionellen Boxsport zu widmen.

 

Kritik

Eine feine Schauspielergarde hat sich Regisseur David O. Russell („Three Kings- Es ist schön König zu sein“) für sein Projekt „The Fighter“ gesichert. Vermutlich nicht ganz ohne den Gedanken an eine gewisse goldene Statue, welche ihm bisher verwehrt geblieben ist.

Auch bei der Verleihung von 2011 sollte ihm der Engländer Tom Hooper („The Kings Speech“) zuvorkommen. Trotzdem war und ist „The Fighter“ ein großer Erfolg, kommerziell, wie auch künstlerisch. Seit seinem US- Release am 10. Dezember 2010 hat er weltweit mehr als 130.000.000 $ eingespielt, was mehr als das fünffache seines Budgets darstellt.

Zudem wurde er unter anderem mit sieben Academy Award- Nominierungen und zwei Auszeichnungen geehrt. Eine für Melissa Leo als Familienoberhaupt und Mutter Alice Ward und eine für Christian Bale als Mickys Bruder Dicky Eklund. Beide Trophäen sind mehr als gerechtfertigt. Leo spielt geschickt an den gängigen Klischees vorbei und lässt so ein äußerst authentisches Abbild einer verzweifelten Mutter, die ihre verletzte Seele hinter einem Wall aus grobschlächtigem Verhalten zu verstecken sucht. In vielen Hollywoodfilmen wurden Frauen ihrer Art bereits von anderen verkörpert, jedoch fast immer als durch und durch böse und unbelehrbare Individuen dargestellt, die meist nur durch den Tot eines ihrer Kinder oder aber den eigenen bekehrt werden können, wie etwa in Eastwoods „Million Dollar Baby“.

Die Mutter aus „The Fighter“ trauert jedoch merklich um ihren Sohn Dicky und leidet noch stärker an dessen Drogenkonsum, als er selbst. In einer Szene holt sie Dicky aus dessen Zufluchtsort, einem Haus, in dem er Sex mit Prostituierten hat und zusammen mit seinen Freunden Crack raucht. Dieser springt, gewarnt von den anderen Junkies, aus dem Fenster in eine Mülltonne, um vor der eigenen Mutter zu fliehen. Als diese ihn genau dort antrifft, ist sie unglaublich enttäuscht und verzweifelt. Der Sprung in die Mülltonne mag im Film skurril wirken, sollte aber eher metaphorisch verstanden werden. Dicky hat sich längst aufgegeben und „wirft sich selbst auf den Müll“.

Als Mutter und Sohn anschließend zusammen im Auto sitzen, stimmt Dicky ein Lied an, um seine Mutter zu trösten. Gemeinsam singen sie den Schmerz hinfort.

Nie zuvor hat man den walisischen Mimen derart intensiv spielen sehen. Seine Performance, gepaart mit der völlig ausgemergelten Statur, die sich Bale für den Film anhungerte, glätteten ihm den Weg zum Oscar. Es muss hier gesagt werden, dass es höchste Zeit war, dass einer, wenn nicht sogar der viel versprechendste  Schauspieler im aktuellen Hollywood diese Auszeichnung erhält. Auch wenn Christian Bale, Melissa Leo und Amy Adams schauspielerisch fortgeschrittener sind als Mark Wahlberg, so tritt auch dieser hier ungemein seriös und vor allem mit viel Herzblut auf. Lange hatte er auf diesen Film warten müssen.

Die Tatsache, dass er selbst in den Suburbs von Massachusetts aufwuchs und die Brüder Micky und Dicky persönlich kannte, verbindet ihn auf sehr intime Weise mit diesem Projekt, eine Tatsache, die sein Spiel positiv beeinflusste. Die Aggressivität, die seine Performance normalerweise dominiert und stellenweise sogar verschlingt, ist kaum spürbar und wenn, dann richtig dosiert. Wahlberg spielt mit einer Art „sanfter Verzweiflung“ und legt damit nach „The Departed“ einen weiteren Schritt in Richtung seriöser Mime zurück. Um dem authentischen Spiel seiner Protagonisten entgegenzukommen, setzten auch der schweizer Director of Photography Hoyte Van Hoytema („Let the right one in“) und

Regisseur O. Russell gerade bei den Fightsequenzen auf höchsten Realismus. Sie wirken wie eine Live- Übertragung und auch die Kampfchoreographie ist Dank der tatkräftigen Mitarbeit von den echten Brüdern Dicky und Micky sehr authentisch.

Alles in allem kann man sagen, dass es selten einen realistischeren Film über das Boxen, aber auch über das Leben gegeben hat.

Johannes Scholten

FAZIT Der realistische „Rocky“ punktet mit hervorragenden schauspielerischen Darbietungen und einer mitreißenden Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 13. Juli 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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