Biutiful

ANSPRUCH:  

****

TITEL:  

Biutiful

SPANNUNG:  

**

ENTSTEHUNGSLAND:  

Spanien

ACTION: ERSCHEINUNGSJAHR:  

2010

HUMOR: REGIE:  

Alejandro Gonzalez Inarritu

EROTIK:  

**

DARSTELLER:  

Javier Bardem

Maricel Alvarez

Hanaa Bouchaib

Guillermo Estrella

GEWALT:  

**

LÄNGE:  

147 Minuten

GENRE: 

Drama

DEUTSCHER KINOSTART:  

10. März 2011

 

ALTERSFREIGABE:  

F.S.K. 16

INTERNETSEITE:  

http://www.biutiful-themovie.com/

Biutiful Kinoplakatmotiv

WERTUNG:


Der Daumen schräg nach oben

Dieser Film könnte ihnen gefallen, wenn sie 21 GRAMM mit Sean Penn und Naomi Watts von Alejandro Gonzalez Inarritu, HEREAFTER-DAS LEBEN DANACH von Clint Eastwood und AMORES PERROS, ebenfalls von Alejandro Gonzalez Inarritu, mochten.

Inhalt

Uxbal ist ein heruntergekommener Tagelöhner und Gauner, der mit seinen zwei Kindern in Barcelona lebt. Liebevoll kümmert er sich um seine Schützlinge, während die Mutter der Kinder depressiv und alkoholabhängig vor sich hin vegetiert. Verzweifelt versucht er, Tochter und Sohn, vor der harten und rauen Realität, den Drogen und der Prostitution fernzuhalten und den Rest seines Lebens, welches schon bald vom Krebs beendet werden wird, sinnvoll zu verbringen. Uxbal will seine Angelegenheiten klären, in diesem, wie auch im Leben danach…

 

Kritik

Alle paar Jahre, sieht man eine fesselnde Performance eines Schauspielers oder einer Schauspielerin, die neue Maßstäbe setzt, der Kunst des Spielens eine neue Krone verleiht.

Javier Bardem liefert hier eine solche Tour de Force. Ob die Rolle für ihn gemacht ist, oder er für die Rolle, man weiß es nicht. In diesem Fall scheint beides zuzutreffen. Bardem offenbart eine Bandbreite an Emotionen, die einen so schnell nicht wieder los lässt und auch nachdem der Film zu Ende ist, noch lange nachhallt. Ob Trauer, ob Zorn, oder Heiterkeit, auch wenn Letztere in „Biutiful“ rar gesät ist, jede Gefühlsregung, jede Laune wird authentisch transportiert.

Der ganze Rahmen der Geschichte, der Schauplatz und besonders die Figuren sind, typisch für Regisseur Inarritu, unglaublich abgedreht und skurril. In all dem Chaos der Emotionen fällt gar nicht weiter auf, dass Uxbal Kontakt mit den Toten pflegt und längst mit einem Bein im Jenseits steht.

Die Welt danach erscheint wie ein Ort der Hoffnung, ruhig, schneebedeckte Bäume und ein Fremder, der, zu Scherzen aufgelegt, das Rauschen des Meeres und Heulen des Windes gleichzeitig zu imitieren versucht. Es ist ein Ort, an dem man lieber sein möchte, als in der düsteren und trostlosen Realität, die Inarritu schildert.

Ähnlich wie schon in seinem hochgelobten Spielfilmdebüt „Amores Perros“ (2000) erzählt der Film die Geschichten von verschiedenen Menschen, die auf irgendeine Weise miteinander verbunden sind. Es gibt korrupte Polizisten, Uxbal und seine Familie, die depressive Mutter der Kinder und zwei schwule, asiatische Menschenhändler. Die Geschichte steckt voller Potential, dass auf Grund der herausragenden Darsteller voll ausgeschöpft wird.

Leider ist der Film schlicht und ergreifend zu lang geraten. Schon beim, mit 154 Minuten, vergleichbar langen „Amores Perros“ war dies der Fall. Zwar langweilt man sich nicht, jedoch hätte eine kleine Straffung dem Film sehr gut getan. Die sphärisch-esoterische Note, die dem Film, ebenso wie auch „21 Gramm“ (2003) anhaftet, tritt zum Ende hin immer deutlicher hervor und wirkt, auf Grund der Länge ein wenig ermüdend. Man muss letztendlich aber sagen, dass Javier Bardem in seiner Rolle als Uxbal so unglaublich positiv hervorsticht, dass man über eine, etwas zu lang geratene Spielzeit gerne hinwegsieht.

Johannes Scholten

FAZIT Kombiniert man „21 Gramm“ und „Amores Perros“, so erhält man diesen Film. Ein esoterisch angehauchtes Psychogramm einer gequälten Seele, von einem der besten Schauspieler unserer Zeit beeindruckend interpretiert.

Advertisements

Veröffentlicht am 22. Juli 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: