In der Hitze der Nacht

ANSPRUCH: ** TITEL: 

In der Hitze der Nacht

SPANNUNG: **** ENTSTEHUNGSLAND: 

USA

ACTION: * ERSCHEINUNGSJAHR:

 1967

HUMOR: REGIE: 

Norman Jewison

EROTIK:  DARSTELLER: 

Sidney Poitier

Rod Steiger

Warren Oates

Lee Grant

 

GEWALT: 

**

LÄNGE: 

109 Minuten

GENRE: 

Kriminalfilm

 

DEUTSCHER KINOSTART: 

25. September 1970

ALTERSFREIGABE: 

F.S.K. 16

INTERNETSEITE: 

http://www.mgm.com/view/movie/837/In-the-Heat-of-the-Night-%281967%29/

In der Hitze der Nacht Kinoplakatmotiv

WERTUNG:

Der Daumen hoch

 

Dieser Film könnte ihnen gefallen, wenn sie

MISSISSIPPI BURNING von Alan Parker

mit Gene Hackman und Willem Dafoe, sowie das Sequel

ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS mochten.

 

Inhalt

Der farbige Polizist Virgil Tibbs wartet in Sparta, Mississippi eigentlich nur auf seinen Anschlusszug, als er vom lokalen Polizeichef Gilesbie wegen Mordes in Gewahrsam genommen wird.

Als die Polizisten merken, dass sie einen Kollegen und dazu, den besten Mitarbeiter der Mordaufklärung in Philadelphia, gefangen genommen haben, überzeugen sie Tibbs zu bleiben und ihnen beim Lösen des Mordfalls zu helfen, wovon die rassistischen Anwohner nicht gerade begeistert sind…

 

Kritik

„In der Hitze der Nacht“ ist nicht nur filmästhetisch gesehen ein bedeutender Film, sondern auch politisch. Allein diesem Film und der hervorragenden Performance von Sidney Poitier, ist es zu verdanken, dass vier Jahre später Richard Roundtree als „Shaft“ um sich schießen und der erste farbige Mainstream-Actionheld werden konnte. Sieht man es also korrekt, so war Poitier die Nummer eins.

Es ist schade, dass Hollywood 1967 noch nicht bereit war, ihm den Oscar zu geben, den er verdient hätte, statt dessen wurde „In der Hitze der Nacht“ für sieben Oscars nominiert und erhielt fünf der Trophäen, unter anderem für Poitiers Partner Rod Steiger, als Polizeichef Bill Gillespie und auch für den besten Film. Man muss allerdings zugeben, dass der Oscar für Steiger mehr als gerechtfertigt war, so hatte schließlich auch er zur realistischen Darstellung der langsamen Annäherung zwischen dem schwarzen und dem weißen Polizist beigetragen. Diese Annäherung ist der Kernpunkt und gleichzeitig die größte Stärke des Filmes.

Man kann sie als Metapher für eine grundlegende Entwicklung in der amerikanischen Gesellschaft in den späten sechziger Jahren sehen. Man fängt langsam an zu erkennen, dass die schwarzen die Kultur nicht ausbeuten und assimilieren, sondern bereichern und ihr neue Facetten geben, sei es in der Musik (Ray Charles etc.) oder aber beim Film (Sidney Poitier, Richard Roundtree).

Natürlich wurde die Handlung in ein Südstaatennest verlagert, da die dortigen Menschen den Ruf von eher konservativen und auch rassistischen Ansichten innehaben. Dieser Aspekt verleiht dem Film atmosphärisch Brisanz und Schärfe.

Die Wirklichkeit sah damals kaum anders aus, weshalb Poitier seinen Regisseur Norman Jewison bat, in Illinois und nicht in Mississippi zu filmen, da es dort Probleme an Filmsets gegeben hatte, wenn farbige Schauspieler involviert waren.

Die Auswahl der hervorragenden Akteure und vor allem der brillante Kamerastil des Filmes, ist auch Norman Jewison zu verdanken

Der Regisseur von „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ hatte stets die Devise : „In Filmen ist Stil der Inhalt“. Diesem Satz ist er immer treu geblieben und hat seine Werke mit Splitscreentechnik („Thomas Crown ist nicht zu fassen“)) und aggresiven Zooms veredelt. Mit diesen technischen Spielereien war er stets seiner Zeit voraus und hat über die Jahre vermutlich auch den Stil von Filmen generell verändert. Seine Filme sind visuell unglaublich ästhetisch, wirken aber doch nicht übertrieben. Man könnte ihn als sensiblen Michael Bay der Sechziger bezeichnen, der zudem viel Wert auf gute Schauspieler und eine Story legt. Er hat sich immer von den anderen Filmemachern seiner Zeit unterschieden. Während die anderen das Aufleben der Flower-Power Generation mit „Hair“ und „Easy Rider“ zelebrierten, drehte Jewison seine unterkühlten, ästhetischen und politisch absolut wertfreien Thriller, eine beeindruckende Leistung so wehement gegen den Strom anzurudern.

Mit „In der Hitze der Nacht“, hat er dann auch noch einen politisch bedeutsamen Film geschaffen, ohne jedoch seinen Stil zu vergessen. Man könnte meinen, Norman Jewison habe unbewusst zur Rassengleichstellung beigetragen, als er lediglich versuchte, einen guten Film zu machen und das ist ihm erneut gelungen!

Johannes Scholten

FAZIT Unglaublich spannender und durchgestylter Film-Noir, der zudem eine sehr wichtige Botschaft vermittelt: „They call me Mr. Tibbs“, wir alle sind Tibbs!

 

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Veröffentlicht am 22. Juli 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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