Red Hill

ANSPRUCH:  

**

TITEL:  

Red Hill

SPANNUNG:  

**

ENTSTEHUNGSLAND:  

Australien

ACTION:  

***

ERSCHEINUNGSJAHR:  

2010

HUMOR:
 

*

REGIE:  

Patrick Hughes

EROTIK: DARSTELLER:  

Ryan Kwanten

Steve Bisley

Tommy E. Lewis

Claire van der Boom

GEWALT: 

***

LÄNGE: 

95 Minuten

GENRE:  

Thriller

Action

DEUTSCHER KINOSTART:  

Lief am 14. Februar 2010 auf der Berlinale

Direct to DVD am 09. Dezember 2010

ALTERSFREIGABE: 

F.S.K. 18

INTERNETSEITE: 

http://www.redhillmovie.com/

Red Hill Kinoplakatmotiv

WERTUNG:

 Der Daumen hoch

 

Dieser Film könnte ihnen gefallen, wenn sie

NO COUNTRY FOR OLD MEN von den Coen Brüdern und

EIN FREMDER OHNE NAMEN von und mit Clint Eastwood mochten.

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt

Der junge Polizeioffizier Jimmy Cooper zieht mit seiner hochschwangeren Frau Alice aus der Stadt aufs australische Land, damit die, unter zu hohem Blutdruck leidende, zukünftige Mutter, in Ruhe ihr Baby bekommen kann.

Sein erster Arbeitstag verläuft mehr als turbulent.

Ein entflohener Sträfling ist auf dem Weg in das kleine Dorf, um Rache an Sheriff Bill zu nehmen.

Nun gilt es, das Leben unschuldiger Bürger zu schützen, auch wenn sie gar nicht so unschuldig sind…

 

Kritik

Ähnlich, wie schon 2006 „Running Scared“, ist auch „Red Hill“ ein absoluter Geheimtipp.

Und vermutlich wird auch dieser australische, moderne Western vom Geheimtipp, zum Verkaufsschlager avancieren. Als Wayne Kramers Film Anfang 2006 erschien, kannte ihn lange Zeit kaum ein Mensch und er wurde nur von wenigen überhaupt wahrgenommen. Heute ist er fast schon ein Youngtimer unter den Filmen der letzten zwanzig Jahre geworden, genauso wie „The Machinist“ mit Christian Bale.

In eben diese Sparte gehört auch „Red Hill“. Er ist unglaublich gut gemacht, schauspielerisch, wie auch handwerklich und hat ein originelles Drehbuch vorzuweisen.

Bereits im Februar 2010 hatte er seine erste Aufführung auf deutschem Boden, in Berlin, wo er auf der „Berlinale“ sehr gut aufgenommen wurde.

Zu Recht. Die Schauspieler sind, bis auf Ryan Kwanten, allesamt eher unbekannt. Dies kann als Pluspunkt gewertet werden, da die Darsteller unverbraucht sind und nicht mit einem bekannten Gesicht von der Story ablenken. Kwanten spielt den Polizeioffizier Jimmy Cooper mit merklicher Passion. Deutlich sieht man ihm an, das ihm der Dreh Spaß bereitet haben muss und er mit Leib und Seele bei der Sache ist. Das gleiche gilt auch für Steve Bisley.

Der australische Veteranendarsteller spielte 1979 schon in „Mad Max“ an der Seite des blutjungen Mel Gibson, wie auch in dessen Debutfilm „Summer City“ von 1977 mit.

Im Outback dürfte ihn jedes Känguru kennen, international hingegen ist er den meisten Leuten wahrscheinlich kein Begriff. Dass viel schauspielerisches Talent in ihm schlummert, stellt Bisley hier eindrucksvoll unter Beweis. Seine Darstellung des zwiespältigen und konservativen Sheriffs, hätte Gene Hackman kaum besser hingekriegt, dessen Rolle als „Little Bill Dagget“ in Clint Eastwood „Erbarmungslos“ ein wenig an „old Bill“ aus „Red Hill“ erinnert. Der Aboriginie Tommy E. Lewis verkörpert den wortkargen Sträfling Jimmy Conway, auch Dank der aufwendigen Maske (das Auftragen dauerte jedes Mal drei Stunden) mit einer enormen Intensität. Er wiederum lässt Javier Bardem in „No country for old Men“ und Mads Mikkelsen in „Walhalla Rising“ vor dem inneren Auge des Betrachters vorüberziehen.

Demnach ist Regisseur und Newcommer Patrick Hughes ein begeisterter Cineast. Das er offen dazu steht und die Einflüsse seiner Idole in sein eigenes Werk einflechtet, macht ihn sympathisch, ein Eindruck, der bestätigt wird, wenn man ihn im Interview sieht. „Ich habe mein Haus für diesen Film riskiert, hätte er keinen Verleiher gefunden, hätte ich mein Haus verloren!“. „Red Hill“ wurde vollständig durch private Investoren finanziert, was den Machern absolute kreative Freiheit, aber auch ein enormes Risiko einbrachte. Glücklicherweise konnte man sich den Komponisten Dmitri Golovko und den Kameramann Tim Hudson sichern. Die beiden tragen unglaublich viel zur Atmosphäre bei, von welcher der Film letztendlich lebt. Der unbekannte Komponist Golovko steuert einen emotional-pulsierenden Score bei, der mit den Bildern zu verschwimmen scheint und doch stets wahrnehmbar ist. Auch die Auswahl der, ebenfalls australischen Tracks, die nicht für den Film komponiert wurden ist stimmig („Rocking Horse“ von CODA, „Black eyed Bruiser“ von Stevie Wright).

Die Bilder sind der wohl größte Pluspunkt des Filmes. Die australische Landschaft verleiht auch diesem Werk einen ganz besonderen Anstrich. Schon immer war das „Aussie-Kino“ wie seine Landschaft, wild, unberechenbar und mysteriös. „Red Hill“ bildet da keine Ausnahme. Eine Spur Mystery haftet auch diesem Film an. Besonders die Szenen mit dem schwarzen Panther wirken übernatürlich und haben einen fast schon sphärisch-religiösen Touch. Man könnte darüber streiten, ob diese Idee passend ist, oder sich einfach zu sehr vom Rest abhebt. Selbiges gilt auch für die Szene, in welcher das tote Pferd begutachtet wird. Hier schwingt irgendwie eine Spur „Trash“ mit, was aber bei so viel Skurrilität zu verkraften ist.

Der Film kann und will sich keinem Genre so recht unterordnen. Ist er ein Western, ein Rachedrama, oder ein Horrorthriller?

Er ist alles in einem. Man gebe ein wenig Rachewestern a la „High Plains Drifter“, eine Prise „No Country for old Men“ und ein bisschen „Erbarmungslos“ in einen Topf und Koche es bis zum sieden, herauskommt „Red Hill“.                                        

Johannes Scholten

FAZIT

Ein Drehbuch voller origineller Charaktere, epische Bilder, unterlegt mit einem tollen Soundtrack, sowie hervorragende Darsteller, bestätigen den guten Ruf einer der interessantesten Kinoregionen der Welt, „Australien“.

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Veröffentlicht am 22. Juli 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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