Avatar-Aufbruch nach Pandora

ANSPRUCH:   

*

TITEL: 

Avatar-Aufbruch nach Pandora

SPANNUNG:   

***

ENTSTEHUNGSLAND: 

USA

Neuseeland

ACTION:          

****

ERSCHEINUNGSJAHR: 

2009

HUMOR            REGIE: 

James Cameron

EROTIK:          

*

DARSTELLER: 

Sam Worthington

Zoe Saldana

Michelle Rodriguez,

Sigourney Weaver

GEWALT:        

*

LÄNGE: 

161 Minuten (Kinoversion 2009)

170 Minuten  (Kinoversion 2010)

178 Minuten   (Extended Collector`s Cut)

GENRE:            

Science Fiction

Action

DEUTSCHER KINOSTART: 

17. Dezember 2009 (Preview bereits am 16. Dezember 2009)

02. September 2010 (Start der Extended Version)

ALTERSFREIGABE:  

F.S.K. 12

INTERNETSEITE: 

http://www.avatarmovie.com

Avatar Kinoplakatmotiv

WERTUNG:

Der Daumen hoch

Dieser Film könnte ihnen gefallen, wenn sie

DER MIT DEM WOLF TANZT  von und mit  Kevin Costner und ALIENS mit Sigourney Weaver mochten.

 

Inhalt

Eine gigantische Forschungsexpedition wird von der Erde aus zu dem Planeten Pandora gesendet. Während der Großteil der Expeditionsteilnehmer den Planeten um jeden Preis ausbeuten will, ist ein Team von Wissenschaftlern, angeführt von Doktor Grace Augustin, darum bemüht, ihn zu erkunden und mit seiner einzigartigen Flora und Fauna zu konservieren.

Pandora ist jedoch alles andere als unbewohnt.

Neben vielen fremdartigen Lebewesen gibt es verschiedene Populationen von Eingeborenen, genannt, „Na`vi“. Um die Na`vi möglichst effizient zu infiltrieren wird das „Avatarprojekt“ initiiert. Im Zuge dieses Projektes werden sogennante „Avatare“ angefertigt. Dies sind Klone, die zum Teil aus menschlicher – und zum anderen Teil aus Na`vi DNA konstruiert sind. In diese „Rohlinge“ projizieren die Wissenschaftler mit Hilfe von modernster Technologie ihren Verstand und sind so in der Lage, die Avatare zu kontrollieren und sich trotz, der, für einen Menschen, lebensfeindlichen Atmosphäre, frei auf Pandora zu bewegen.

Als es dem gelähmten Marine Jake Sully gelingt, Kontakt mit den Na`vi aufzunehmen und sogar in ihrer Gemeinschaft akzeptiert zu werden, wird er beauftragt, die Na`vi zum umsiedeln zu bewegen, da sich genau unter deren zu Hause, dem „Heimatbaum“, eine riesige Ansammlung eines äußerst seltenen Rohstoffes befindet.

Die Ureinwohner weigern sich jedoch und es kommt zum Krieg.

Nun müssen sich die Wissenschaftler entscheiden, ob sie ihren Grundsätzen treu bleiben, oder aber ihrer eigenen Rasse…

 

Kritik

Nachdem James Camerons „Avatar“ seit nunmehr bereits einem Jahr ständig erwähnt wird, wenn es um das Thema Film geht, bereits in der amerikanischen Erfolgsserie „South Park“ parodiert, sowie in jeder Filmzeitschrift angesprochen wurde, ist ein gigantischer Hype entstanden, der von der Geheimniskrämerei der Macher nur noch weiter gesteigert wurde.

Man sollte meinen, dass ein Film einem solchen Erwartungsdruck einfach nicht standhalten kann.

Nachdem Christopher Nolans „The Dark Knight“ eindrucksvoll das Gegenteil bewies, gesellt sich nun auch „Avatar“ zu den Ausnahmen.

Nach einer Spielfilmpause von 12 Jahren hatten viele behauptet, dass das Cameron`sche Feuer endgültig erloschen sei, ein Irrtum!

„Avatar“ wird den Erwartungen mehr als gerecht. Ein solch monumentales Fantasy-Epos hat man in den letzten Jahren nicht gesehen.

Nach der Weltpremiere in London am 10. Dezember 2009 hieß es, dass die Story von den gigantischen Effekten überschattet werden würde.

Richtig ist, dass es eine simpel gestrickte, aber effiziente Story ist.

Der Film ist sehr klassisch gehalten, ähnlich einem Abenteuerfilm aus vergangener Zeit.

Gerade dieser konservative Stil ist aber auch eine Stärke des Films.

Zwar erwartet man als alt eingesessener Cameronsympathisant eine starke Story, welche die Effekte benötigt, sich aber nicht von ihnen in den Schatten stellen lässt, jedoch ist man von dem tatsächlichen Ergebnis keinesfalls negativ überrascht.

Die Schwarz – Weiß – Malerei ist angenehm und die klar umrissenen Charaktere wirken solide und authentisch. Cameron hätte sich mit einer hoch komplexen Story keinen Gefallen getan. Bereits von Anfang an merkt man, wer böse ist und wer gut, dies ist fast so überdeutlich, wie in einem Disneyfilm.

Kaum auf Pandora angekommen, verliert man sich vollends in die Welt der Na`vi und vergisst sämtliche Sorgen des Alltags. Damit ist „Avatar“ der perfekte „Flucht aus der Realität Film“ und ist es nicht genau das, was die Menschen möchten, wenn sie ins Kino gehen?

Es wird sehr viel von der Welt Pandoras gezeigt, man sieht sonderbare Geschöpfe, von Einhorn artigen Lebewesen, deren Köpfe eher an einen Hammerhai erinnern, über Wölfe und Katzen – ähnliche, riesige Raubtiere, phantasievolle Insekten, bis hin zu den „Banshees“, den „Flugsauriern“ der Na`vi. All diese Facetten zeugen von der unerschöpflichen Phantasie Camerons, sowie dessen Detailtreue und Perfektion. Die Fülle der exotischen Welt auf Pandora kann durchaus mit „Herr der Ringe“ und „Star Wars“ konkurrieren.

Jede Sekunde sieht man die enorme, vier Jahre andauernde  Arbeit, die in dieses Projekt investiert wurde.

Die Effekte sind atemberaubend und machen schlichtweg Spaß. Sie offenbaren eine solche Perfektion, dass man sie irgendwann einfach vergisst und sie als real hinnimmt.

Richtig hervorgehoben werden die Effekte noch von der 3D Technologie. Bereits im Vorfeld hatten sich viele Kinobetreiber kritisch über das neue System geäußert. Es gäbe bisher keine Projektoren, die über ausreichend Lichtleistung verfügen würden, um 3D scharf und vor allem über die gesamte Leinwand gleichmäßig ausgeleuchtet darzustellen.

Die Technik sei einfach noch nicht ausgereift. All diese Aspekte sind dem Film nicht anzumerken. Das Bild ist sehr scharf und gut ausgeleuchtet, einzig die Farben leiden ein wenig unter der 3D Projektion. Nimmt man während des Films die 3D – Brille ab, so merkt man, dass die Kontraste schärfer und die Farben leuchtender sind.

Man sollte sich den Film sowohl als 3D – Version, wie auch als normale Projektion ansehen, um zu vergleichen, was einem besser gefällt.

Die Schauspieler sind alle sehr gut besetzt worden. Der Cast ist eine Mischung aus etablierten Hollywoodstars und eher unbekannten Darstellern. Auch in „Avatar“ wirkt Hauptdarsteller Sam Worthington, wie bereits in „Terminator: Salvation“, durch seinen trockenen Humor und seine praktische Ausstrahlung sehr sympathisch. Zu Recht ist er im Moment auf dem Weg nach ganz oben.

Sigourney Weaver ist bereits ganz oben, was sie mit ihrer Performance in „Avatar“ erneut legitimiert. Als umweltbewusste Forscherin Doktor Grace Augustin wirkt sie überzeugend und ist zudem eine nette Hommage an Camerons „Aliens“.

Zoe Saldana als Eingeborene Neytiri ist ebenfalls ein Glücksgriff. Sie hat selbst als

Computeranimiertes, blaues Alien eine extrem erotische Aura, die dazu beiträgt, die Liebesgeschichte des Filmes glaubhaft darzustellen und ihr sogar romantische Züge zu verleihen.

Michelle Rodriguez kann mal wieder, ähnlich wie Worthington, mit ihrer praktischen Persönlichkeit und rauen Art punkten und fügt sich gut in das Geschehen ein.

Ebenso passend ist Stephen Lang als brutaler Colonell Quaritch. Allerdings haben er und auch Giovanni Ribisis Charakter Selfridge ein wenig unter der Schwarz – Weiß – Malerei des Drehbuches zu leiden. Sie „over – acten“ teilweise und zeigen etwas zu comichaft, dass sie die „bösen Buben“ sind.

Quaritch erinnert stellenweise an einen Robert Duvall in „Apocalypse Now“.

Die Musik von Camerons Hofkomponist James Horner ist eine Mischung aus seinen Werken „Braveheart“ und „Titanic“, sowie einer Prise Hans Zimmer oder Steve Jablonsky. Man merkt, dass Horner sich an den Scores zu den Actionfilmen der letzten Jahre orientiert hat. So weit zu gehen, den Soundtrack als Eigenhommage darzustellen kann man nicht, allerdings handelt es sich auch nicht um eine Neuerfindung.

Insgesamt ist der Soundtrack aber sehr gelungen und fügt sich auch dank der nativen Gesänge optimal in das Geschehen. Der Titelsong „I See You“ stammt von der Castingshow Gewinnerin Leona Lewis und erinnert ein wenig an Celine Dion, kann jedoch nicht ganz mit „My Heart will go on“ schritthalten. Trotzdem ist er dank des sehr schön komponierten Mainthemes von James Horner und des emotionalen, wie auch gekonnten Gesanges der Popdiva ebenfalls geglückt.

„Avatar“ ist ein klassisch gehaltener Science – Fiction – Fantasy – Film, der auf voller Ebene überzeugt. Vermutlich ist die Abstinenz von Filmemachern der alten Schule, wie James Cameron einer ist, der Grund dafür, dass wir heute kaum noch solche Filme zu sehen bekommen. Die jüngeren Filmemacher haben nicht mehr den Mut oder aber das Interesse, einen Film klassisch zu inszenieren und bevorzugen meist eine sehr komplexe Geschichte, oder aber sehr aufwendige Spezial – Effekte, wie jüngst Michael Bay oder Roland Emmerich.

Eine solide Geschichte mit herausragenden Effekten zu kombinieren ist nicht nur teuer, sondern auch künstlerisch fordernd.

Dieser Aufgabe sind nicht viele gewachsen, ein Grund, warum James Camerons Filme so besonders sind.

Johannes Scholten

FAZIT  Avatar ist sogar noch größer als sein Hype, das berauschendste und eindrucksvollste Kinoerlebnis seit sehr langer Zeit.

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Veröffentlicht am 25. Juli 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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