Walhalla Rising

ANSPRUCH: 

****

TITEL: 

Walhalla Rising

SPANNUNG: 

***

ENTSTEHUNGSLAND: 

Schottland

ACTION: 

*

ERSCHEINUNGSJAHR: 

2009

HUMOR: REGIE: 

Nicolas Winding Refn

EROTIK:  DARSTELLER: 

Madds Mikkelsen

Alexander Morton

Stewart Porter

Gary Lewis

GEWALT: 

****

LÄNGE: 

93 Minuten

GENRE: 

Historienfilm

Thriller

Abenteuerfilm

DEUTSCHER KINOSTART: 

01. Juli 2010 auf dem Münchner Filmfestival

ALTERSFREIGABE: 

F.S.K. 16

INTERNETSEITE: 

http://www.ipsofactofilms.com/films/valhalla_rising.html

oder

http://www.ifcfilms.com/films/valhalla-rising

Walhalla Rising Kinoplakatmotiv

WERTUNG:

 Der Daumen hoch

 

Dieser Film könnte ihnen gefallen, wenn sie Francis Ford Coppolas APOCALYPSE NOW und

THE NEW WORLD von Terrence Malick mochten.

 

Inhalt

1000 AD: Ein mysteriöser Krieger wird von einer Gruppe Nordmänner gefangen gehalten.

Vier Jahre lang quälen sie ihn, halten ihn wie ein Tier und zwingen ihn, in Schaukämpfen gegen brutale Schlächter anzutreten. Noch nie hat er einen Kampf verloren und auch dieses Mal wird er siegen.

Er kann sich befreien, meuchelt seine Peiniger und zieht, gemeinsam mit einem kleinen Jungen, in eine düstere Odyssee…

 

Kritik

Spätestens seit „Bronson“, sind nicht nur Fans des dänischen Kinos auf Regisseur Nicolas Winding Refn aufmerksam geworden. Der eigenwillige Stil des Dänen, sticht aus dem cineastischen Einheitsbrei der Moderne hervor, wie ein bunter Pfau. Angefangen hatte seine Karriere 14 Jahre zuvor mit dem originellen Crimethriller „Pusher“, mit dem dänischen Starschauspieler Kim Bodnia („In China essen sie Hunde“) und dem, damals noch unbekannten Mads Mikkelsen. Es folgten 1999 „Bleeder“, ein sozialkritisches Drama mit dem gleichen Cast und der Thriller „Fear X“ von 2003, mit John Turtorro („Barton Fink“), der gleichzeitig Refns ersten, englischsprachigen Film darstellt. 2004 bzw. 2005 drehte er zwei Fortsetzungen von „Pusher“ und realisierte so die, wie viele Kritiker behaupten, „realistischste Gangstertrilogie aller Zeiten“. 2008 folgte dann das surrealistische Meisterwerk „Bronson“ mit Tom Hardy als englischem Gefängnisinsassen Michael Petersen.

Es scheint, als hätte Refn die unglaublich originelle Atmosphäre von „Bronson“ noch überbieten wollen. Mit dem psychedelischen „Walhalla Rising“ ist ihm das mehr als gelungen. Dieser Film ist wahrlich wie ein Drogentrip. Man wird von ihm gefesselt und schließlich förmlich aufgesogen, ein erstaunliches Erlebnis.

Man muss dazu allerdings sagen, dass man für eine gewisse Art der Kunst empfänglich sein und sie auch zu schätzen wissen sollte. Die gerade einmal 120 Dialogzeilen des Drehbuchs, die Tatsache, dass der Hauptdarsteller kein einziges Wort sagt und Refns diabolisch-apokalyptische Bildsprache sind gewöhnungsbedürftig.

Ähnlich wie bei Peter Weirs „Picknick an Valentinstag“, liegt der Fokus auch hier nicht auf der Geschichte, sondern auf der Art, wie sie erzählt wird. Es geht um die Bilder, die Atmosphäre, die durch sie erzeugt wird und deren Wirkung auf den Betrachter.

Die Story ist nicht weiter von Bedeutung, was jedoch nicht heißt, dass es keine gibt!

Stört man sich an einer dieser Eigenschaften, sprich langsame Erzählweise, der Abstinenz von Dialogen, oder der deftigen Darstellung von roher, ungezügelter Gewalt, dann sollte man sich diesen Film nicht ansehen. Ist man empfänglich für diese Art von Film, dann wird man ein bildgewaltiges und fesselndes Meisterwerk erleben.

Mads Mikkelsen scheint für diese Rolle geboren worden zu sein, oder aber Refn hat sie auf ihn zugeschnitten. Fest steht, es ist eine darstellerische Glanzleistung, die hier gezeigt wird. Der dänische Schauspieler schafft es, ohne Worte und fast ohne Mimik, trotzdem Gefühle zu vermitteln. Durch sein Handeln, oder durch seine Blicke (mit nur einem Auge!!!), weiß man stets, was er denkt, es ist unglaublich.

Ist man einmal von all dem überwältigt, so erscheinen die wenigen Dialoge des Filmes fast wie Fremdkörper. Allein der Soundtrack, der einzig aus bedrohlichen Lauten zu bestehen scheint, ähnlich wie Coppolas Score zu „Apocalypse Now“, reicht aus, um den Ton des Filmes zu bestimmen. Sowieso erinnert „Walhalla Rising“ in seinem Style, seiner Atmosphäre an den legendären Vietnamkriegsfilm, der eigentlich gar kein Kriegsfilm ist, sondern ein tiefer Einblick in die Abgründe der menschlichen Psyche vor der Kulisse des Krieges im Dschungel. Ebenso ist „Walhalla Rising“ kein normaler Historien-, oder Sandalenfilm, sondern viel eher Psychogramm einer gequälten Seele auf dem Weg in die Hölle.

Johannes Scholten

FAZIT  „Pocahontas“ für Erwachsene. Psychedelischer als Oliver Stones „The Doors“ und Stanley Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“ kombiniert.

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Veröffentlicht am 25. Juli 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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