Das große Fressen

 

ANSPRUCH: 

****

TITEL:

Das große Fressen

SPANNUNG: 

**

ENTSTEHUNGSLAND:

Frankreich

Italien

ACTION:        

 

ERSCHEINUNGSJAHR:

1973

HUMOR         

***

REGIE:

Marco Ferreri

EROTIK:        

***

DARSTELLER:

Marcello Mastroianni

Michel Piccoli

Philippe Noiret

Ugo Tognazzi

GEWALT:      

*

LÄNGE:

130 Minuten

GENRE:          

Satirische Komödie

Sozialkritische Farce

DEUTSCHER KINOSTART:

27. September 1973

ALTERSFREIGABE:

F.S.K. 16

INTERNETSEITE:

http://www.arthaus.de/das_grosse_fressen

 

Das große Fressen Kinoplakatmotiv

WERTUNG:

 

 

 

Der Daumen schräg nach oben

 

 

 

 

  Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie BERÜHRE NICHT DIE WIEßE FRAU, ebenfalls von Marco Ferreri und mit Marcello Mastroianni mochten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt

Eine kleine Gruppe von Männern zieht sich in ein pompöses Landhaus zurück, um sich dort gemeinsam mit Prostituierten zu vergnügen und sich zu Tode zu fressen. Nur birgt dieses Vorhaben unabsehbare Probleme…

 

Kritik

Als Marco Ferreris Film 1973 erschien, löste er selbst beim, an die Freizügigkeit und Darstellung von Gewalt im Zuge der Nouvelle Vague gewöhnten Zuschauer, heftigen Protest aus.

Noch nie zuvor war Kunst derartig maßlos und kritisierend gewesen. Der Film hatte ganz einfach moralisches und auch filmisches Neuland betreten und viele lehnten ihn ab, weil sie mit ihm nicht umzugehen wussten. „Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht!“ Einen Spruch, den man auf den Inhalt dieses Filmes sicher nicht beziehen kann. Es wird gefressen, bis zum Tod, im wahrsten Sinne des Wortes.

Selbst für heutige Maßstäbe ist „Das große Fressen“ erstaunlich tabu-und schamlos. Bei einer solch derben und auf schaurige Weise zutreffenden Kritik an dem Überfluss und der Maßlosigkeit der modernen Konsumgesellschaft, ist die ablehnende Reaktion des damaligen Publikums und auch vieler Kritiker durchaus verständlich. Ganz im Gegenteil, kann man dieses Verschließen vor dem Film sogar als Zuspruch werten, da es beweist, wie sehr Ferreris deftige Ansichten der Wahrheit entsprechen.

Man fühlt sich ertappt! Genau diese Tatsache ist der größte Verdienst dieses Filmes, entschuldigt für jede, noch so eklige und schockierende Szene und beschert ihm das verdiente Prädikat „Meisterwerk“.

Cast und Crew hätte man hier nicht nur nicht passender wählen können, vermutlich wäre sonst niemand zu dieser Zeit im Stande gewesen, so etwas zu bewerkstelligen, außer Marco Ferreri und seinen Protagonisten Marcello Mastroianni, Michel Piccoli, Philippe Noiret und Ugo Tognazzi. Sie alle spielen ihre Rollen mit Bravour und werden von Ferreri zu immer neuen Höhenflügen der Perversion getrieben, von der Furzorgie über den Geschlechtsverkehr beim Essen, bis hin zur „Arschtorte“, aber sehen sie selbst.

„Das große Fressen“ kann man nur bedingt mit Worten beschreiben, da der Film von seinen Bildern lebt. Man muss ihn sich ansehen und ihn erleben, um ihn zu verstehen.

Man könnte so weit gehen und behaupten, dass Ferreri hier sein Opus Magnum kreiert hat und das man dies in seinem Wahnsinn, seiner Völlerei und der scharfzüngigen Kritik kaum noch toppen kann.

Nur ein Jahr später drehte Marco Ferreri, ebenfalls mit seinen vier Hauptdarstellern aus „Das große Fressen“, den Film „Berühre nicht die weiße Frau“ und bewies damit das Gegenteil.

Johannes Scholten

FAZIT „Noch nie war ein Film so maßlos“, mit diesem Untertitel wurde 1973 für den Film geworben, ein zutreffendes Statement!

 

 

Advertisements

Veröffentlicht am 26. Juli 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: