Robin Hood

ANSPRUCH:   

*

TITEL: 

Robin Hood

SPANNUNG:   

**

ENTSTEHUNGSLAND: 

England

ACTION:          

**

ERSCHEINUNGSJAHR: 

2010

HUMOR:          

*

REGIE: 

Ridley Scott

EROTIK:           DARSTELLER: 

Russel Crowe

Cate Blanchet

Max von Sydow

William Hurt

GEWALT:        

**

LÄNGE: 

140 Minuten

156 Minuten (Director`s Cut)

GENRE:            

Abenteuerfilm

Action

DEUTSCHER KINOSTART: 

13. Mai 2010

ALTERSFREIGABE:  

F.S.K. 12

INTERNETSEITE: 

http://www.robinhoodthemovie.com

Robin Hood Kinoplakatmotiv

WERTUNG:

 Der Daumen zur Seite

Dieser Film könnte ihnen gefallen, wenn sie

KÖNIGREICH DER HIMMEL

von Ridley Scott, mit Orlando Bloom und

GLADIATOR mit Russell Crowe mochten.

 

Inhalt

Das 12. Jahrhundert neigt sich dem Ende zu.

Die Kreuzzüge befinden sich auf dem Höhepunkt.

Im englischen Heer, unter König Richard, dient auch ein gewisser Robin Longstride seinem Land.

Als die Soldaten allerdings durch das befeindete Frankreich in ihre Heimat zurückkehren wollen,

wird der König während einer weiteren Plünderung getötet. Sir Robert Loxley wird auserkoren, die Krone sicher nach England zu geleiten. Auf dem Weg wird  er jedoch überfallen und tödlich verwundet. Robin Longstride, ebenfalls auf dem Heimweg, gelingt es mit einer handvoll Soldaten, die Räuber zu verjagen, sie daran zu hindern, die Krone zu entwenden und dem sterbenden Sir Loxley das Versprechen zu geben, dessen Aufgabe zu Ende zu führen.

Dort angekommen, gibt sich Longstride als Loxley aus und wird von dessen Vater, Sir Walter Loxley, als Sohn und nach anfänglichem Zögern, von dessen Tochter, Lady Marian, als Ehemann akzeptiert.

Unterdessen rücken die Franzosen immer näher und das durch überhöhte Steuern und innenpolitische Probleme geteilte England, muss sich einen, um gemeinsam gegen die Bedrohung von außen bestehen zu können, angeführt von Robin Hood…

 

Kritik

Viele haben von einer erneuten Kollaboration des großen Russell Crowe und des noch größeren Ridley Scott ein erneutes Meisterwerk erwartet, einen erneuten „Gladiator“.

All jene, werden höchstwahrscheinlich enttäuscht sein. Eine ähnliche Erwartungshaltung gab es 2005 auch gegenüber „Kingdom of Heaven“. Und auch damals waren die Anhänger des actionlastigsten Sandalenfilmes aller Zeiten eher enttäuscht gewesen.

Auch wenn sich einige nach der Veröffentlichung des über eine halbe Stunde umfangreicheren Director`s Cut wieder befriedigt gefühlt haben.

Vermutlich wird dies bei „Robin Hood“ ähnlich sein.

Er ist anders inszeniert, der Schwerpunkt liegt hier ganz klar auf dem Realismus und das in sämtlichen Belangen. Zwar ist es der selbe Kameramann, der selbe Regisseur und Hauptdarsteller, wie schon zehn Jahre zuvor bei „Gladiator“, jedoch ist das Konzept ein anderes. Es gibt keine „bigger than life“ Showeinlagen und auch keinen testosterontreibenden Actionscore von Hans Zimmer mehr.

Die Action ist größtenteils Sensibilität und die Show der Authentizität gewichen.

Während der Plünderung einer Burg durch König Richard, wird den Soldaten, die ihre Festung mit ihrem Leben verteidigen, beim Kämpfen, heiße Suppe serviert, alles so, wie es wirklich gewesen ist, man es aber nur selten in Filmen zu sehen bekommt. Soldaten sterben nicht erst, wenn sie von zwanzig Pfeilen durchbohrt und enthauptet am Boden liegen.

Auch wird Mut zur Hässlichkeit bewiesen. Russell Crowe outet sich hier als perfekte Besetzung. Sein Äußeres ist bekanntermaßen jenseits aller Hollywoodnormen, er ist alles andere als ein Schönling a la Brad Pitt. Dafür aber ist er, ähnlich, wie sein jüngerer Kollege,

Sam Worthington, mit einem rauhbeinigen Schaam und einer Bodenständigkeit gesegnet, die ihresgleichen Sucht. Und sogar Cate Blanchet, eine der schönsten Frauen der Traumfabrik, verbirgt ihre Schönheit hinter einem, von Schmutz und Sorgenfalten durchzogenen Gesicht und einer zupackenden Art. Am Ende stürzt sie sich sogar selbst ins Schlachtengetümmel!!!

Nun sollte man meinen, dass „Robin Hood“ das Potential zum Meisterwerk besitzt.

Das stimmt auch, nur leider bleibt es beim Potential und es kommt nicht zum erhofften Meisterwerk.

Ähnlich, wie schon seinerzeit „1492 – Conquest of Paradise“, ist der Film wunderschön von John Mathieson fotografiert. Es gibt epische Naturaufnahmen, realistische Steadycam Einstellungen und vollkommen wackelfreie Dollyfahrten. All dies wirkt jedoch irgendwie unvorteilhaft zusammengeschnitten. Emotionale Szenen klingen nicht richtig aus, da sie durch teilweise brutale Schnitte zerstümmelt werden und sogar bei den Kampfszenen, will irgendwie nie so richtig packende Atmosphäre aufkommen. Möglicherweise musste Scott aus Zeitgründen auf die für ihn typische Laufzeit von 140 Minuten runter kürzen. Der „real director – approved Robin Hood“, wird sich hoffentlich im Director`s Cut offenbaren.

Stellenwiese wirkt der Film fast schon oberflächlich und man hat das Gefühl, dass eine Liste von Szenen einfach abgearbeitet wurde. Die Spannung ist am Anfang, während den Kreuzzugszenen und dem Überfall auf Sir Loxley gegeben, verliert sich aber zur Mitte hin in dialogschwangeren Szenen und wird erst zum Ende hin durch erneute Action wieder angehoben.

Und doch ist auch das Ende trotz epischer Aufnahmen und Gemetzel, eher als Schwachpunkt des Films zu interpretieren. Schon im Trailer dachte man sich „Robin Hood am D – Day?“.

Und genauso ist es dann schließlich auch!

Sogar die Boote, mit ihren großen Frontklappen, erinnern den Zuschauer unweigerlich an die Landung der alliierten Truppen in der Normandie in Spielbergs „Saving Private Ryan“.

Hätten sie Soldaten anstatt ihren Rüstungen, Tarnkleidung, anstatt ihren Schwertern, Bogen und Speeren, Maschinengewehre und Pistolen und anstatt Pferden, Panzer, dann befände man sich im Jahre 1944. Trotz allem Realismus in dieser Szene, mag sie sich so gar nicht in den Film, geschweige denn, in die Geschichte des „Rächers der Enterbten“ einfügen.

Das Ende der Schlacht, wird durch einen spektakulären Bogenschuss von Robin, direkt in den Hals von Sir Godfrey eingeleitet. Nicht nur ist diese Szene ein Bruch mit dem konsequenten Realismus des Films, auch lässt sie fast schon Erinnerungen an Kevin Costner und Kevin Reynolds aufkommen, nach deren 90er Jahre Charme man sich hier sehnt.

Schauspielerisch gesehen, ist „Robin Hood“ ein Glanzstück. Russell Crowe spielt wie immer über der Norm und vor allem Mark Strong als Sir Godfrey ist, ähnlich, wie schon sein Part in „Body of Lies“, markant und intensiv. Zu Recht hat Scott ihn hier recycelt.

Auch Cate Blanchet ist passend besetzt und spielt ihre Rolle als Lady Marian mit Passion und Hingabe. Wie man es von Ridley Scott gewöhnt ist, ist der Film brillant fotografiert.

Der Regisseur setzte hier auf das Motto „never change a winning team“ und engagierte erneut den Kameramann John Mathieson, dies ist mittlerweile ihre vierte Kollaboration.

Wie bereits erwähnt, werden die Bilder von einem unvorteilhaften Editing überschattet.

Die Musik stammt aus der Feder des Newcomers Marc Streitenfeld.

Er hat beim Maestro persönlich, Hans Zimmer gelernt. Und auch er kommt aus Deutschland.

Zwar ist Streitenfeld überaus talentiert, sein Score zu „American Gangster“ war hervorragend und brachte ihm einen „World Soundtrack Award“, sowie eine Nominierung für den

BAFTA – Award ein, jedoch ist er entweder nicht der richtige Mann für einen Film, wie „Robin Hood“, oder aber einfach noch nicht bereit für eine solche Aufgabe. Auch die Musik versucht authentisch zu sein. Es wird so wenig Musik wie möglich gespielt, da diese den Betrachter stets daran erinnert, dass er einen Film sieht und nicht die Realität.

Nur leider braucht „Robin Hood“ keine dezente Musik, sondern, zumindest in den Actionszenen, einen viel bombastischeren Score. Doch auch hier wird der Realismus der Atmosphäre vorgezogen.

Stellenweise scheinen die Bilder die Musik schlicht und einfach zu verschlucken.

Ridley Scott ist einer der besten Regisseure unserer Zeit. Er ist ein Gigant unter den Filmemachern, ein Regietitan. Überirdische Meisterwerke, wie „Alien“ und „Blade Runner“, sind ebenso in seiner Filmographie zu finden, wie bombastische Sandalenfilme, wie „Gladiator“ und „Kingdom of Heaven“, aber auch lockig – flockige Dramödien, wie „Tricks“ und „A Good Year“, gehören zu seinem Repertoire.

Auch wenn „Robin Hood“ unter seinem Durchschnitt liegt, so liegt er immer noch über dem Durchschnitt der meisten anderen, was ihn definitiv sehenswert macht!

Johannes Scholten

FAZIT Stellenweise unfertig wirkendes Werk, mit enormem Potential, welches möglicherweise durch einen Director`s Cut geweckt werden könnte!

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Veröffentlicht am 27. Juli 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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