Waterworld

ANSPRUCH:  TITEL:

Waterworld

SPANNUNG: 

***

ENTSTEHUNGSLAND:

USA

ACTION:        

****

ERSCHEINUNGSJAHR:

1995

HUMOR:         

*

REGIE:

Kevin Reynolds

EROTIK:        

*

DARSTELLER:

Kevin Costner

Jeanne Tripplehorn

Tina Majorino

Dennis Hopper

GEWALT:      

**

LÄNGE:

136 Minuten (Kinoversion)

177 Minuten (Extended TV Version)

GENRE:          

Science Fiction

DEUTSCHER KINOSTART:

21.September 1995

ALTERSFREIGABE:

F.S.K. 12

INTERNETSEITE:

http://www.universalstudiosentertainment.com/waterworld/

Waterworld Kinoplakatmotiv

WERTUNG:

 Der Daumen hoch

 

Dieser Film könnte ihnen gefallen, wenn sie

POSTMAN von und mit Kevin Costner und

MAD MAX 2 – DER VOLLSTRECKER mit Mel Gibson mochten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt

500 Jahre in der Zukunft sind die Kontinente auf Grund des Abschmelzens der Polarkappen im Wasser versunken. Die wenigen, die diese Katastrophe überlebt haben, hausen auf, aus Müll konstruierten, schwimmenden Städten, genannt „Atolle“.

Andere wiederum fahren scheinbar ziellos mit ihren Booten auf dem Weltmeer umher und treiben Handel mit den Atollbewohnern und mit ihresgleichen, den „Driftern“.

Einer von diesen Driftern, man nennt ihn schlicht „Mariner“, wird auf einem Atoll festgehalten, da er bezichtigt wird, ein Spion der „Smoker“ zu sein, piratenähnlichen Menschen, die die letzten Ölreserven der Menschheit besitzen und mit motorisierten Surfbrettern, Jetskies und diversen Booten, den anderen Waterworldbewohnern auflauern.

Als das Atoll von den Smokern angegriffen wird, kann der Mariner mit Hilfe von Helen, einer der wenigen Frauen auf dem Atoll und ihrer Adoptivtochter Enola entkommen. Als die drei zusammen entflohen sind, erfährt der Mariner, dass Enola, die eine Tätowierung auf dem Rücken trägt, eben durch diese den Weg nach Dryland weisen könnte, dem letzten Fleck trockener Erde auf dem Planeten…

 

Making-Of

Als „Waterworld“ 1995 erschien, war der Film mit einem Budget von etwa 175 Millionen $, der bis dato teuerste aller Zeiten!

Der Grund dafür, dass das ursprünglich geplante Budget von bereits stattlichen 100 Millionen $ so gravierend überschritten wurde, hat mehrere Ursachen.

Zum einen ist, bis auf einige Effektaufnahmen der „Exxon Valdez“, welche bei einem abgelegenen Hangar gedreht wurden, der gesamte Film auf dem Wasser realisiert worden.

Das Wasser ist in seinen Eigenschaften unglaublich wechselhaft, ebenso wie das Wetter auf hoher See. Die Lichtverhältnisse etc. sind komplett unstetig und erschweren die Arbeit der Filmemacher.

Zudem gab es während der Dreharbeiten einen gigantischen Sturm, der, ähnlich wie bei Coppolas „Apocalypse now“ in den Siebzigern, ein ganzes Set zerstörte.

Eines der insgesamt zwei Atolle war gesunken und vollkommen verwüstet.

Es wurde gehoben und wieder instand gesetzt, allerdings nie für den Film verwendet.

Alles was man in „Waterworld“ sieht, ist echt!

Das Atoll, die „Exxon Valdez“, der Außenposten der Smoker, der Trimaran, die Waffen und all die anderen Boote sind wirklich gebaut worden.

Der Grund dafür, das der Film in Bezug auf Setdesign und Actionszenen Maßstäbe setzte.

Schließlich führte ein Konflikt zwischen Costner und seinem Regisseur und langjährigem Freund Reynolds dazu, dass Reynolds gefeuert wurde und Costner das letzte Drittel des Filmes selber inszenierte.

Der Grund des Streits war die Länge des fertigen Filmes gewesen. Während Costner eine kürzere, actionlastigere und letztendlich knackigere Version von 136 Minuten Länge bevorzugte, wollte Reynolds eine knapp dreistündige Langfassung auf die Leinwand bringen, um den Charakteren mehr Entwicklungs – bzw. Vertiefungszeit zu gewähren und letztendlich auch das gigantische Budget zu rechtfertigen.

Die Langfassung hätte ein zusätzliches, finanzielles Risiko dargestellt, da auf Grund der enormen Länge weniger Vorstellungen an einem Tag stattgefunden hätten.

Man muss sagen, dass Costner damals Recht hatte, dieses Risiko nicht mehr eingehen zu wollen, da der Film beinahe seine Karriere zerstört hätte und die Langfassung doch irgendwie unfertig daherkommt und fast schon stümperhaft zusammen geschnitten wirkt.

Allerdings enthält sie viele sehenswerte, zusätzliche Szenen und wäre nach einer erneuten, professionellen Bearbeitung eines Editors sicherlich die bessere Fassung!

Trotz aller Bemühungen ist der Film mit einem Einspielergebnis von etwa 80 Millionen $ nach einer Woche, (Batman Forever spielte diese Summe bereits nach dem ersten Wochenende ein), der wahrscheinlich größte  Flopp der Filmgeschichte, wozu die negativen Schlagzeilen, bereits vor dem Kinostart, sicherlich ihren Teil beitrugen.

Schließlich wurde aber durch den Verleih, sowie Video – bzw. Laserdiscverkäufe das Budget locker wieder rein geholt, weshalb man im Nachhinein nicht mehr wirklich von einem finanziellen Desaster Sprechen kann.

 

Kritik

Eines vorweg, dieser Film bietet keinen Platz für außergewöhnliche, schauspielerische Leistungen.

Es ist ein actiongeladener, postapokalyptischer Abenteurfilm, nicht weniger und doch mehr!

Der Film ist technisch gesehen für 1995 brilliant gemacht.

Einige Kamerafahrten und Aufnahmen von Kameramann Dean Semler, welcher für Costner schon  „Dances with Wolves“ fotografierte und dafür einen Oscar bekam, sind von epischer Qualität.

Die Musik von James Newton Howard ist ein Meisterwerk des Actionscores und heimste nicht umsonst eine Nominierung für den Academy Award ein.

Die Effekte sind keine Effekte, sondern Realität, ebenso wie das Setdesign, welches unglaublich detailgetreu und originell ist und so eine unvergleichliche, postapokalyptische Stimmung erzeugt.

Hapern tut es an der Story, welche zum Teil nicht zu kompensierende Logiklöcher aufweist.

Etwa die Tatsache, dass die Smoker noch nach so vielen Jahren nach der großen Flut Treibstoff und Zigaretten besitzen, von denen sie einen unbegrenzten Vorrat zu haben scheinen.

Auch fraglich ist, ob nach dem Abschmelzen der Polkappen, der Meeresspiegel wirklich dermaßen gravierend ansteigen würde.

Aber seien wir ehrlich, all diese Logikfehler würde man „Mad Max“ auch verzeihen!

Zurück zu den Schauspielern. Kevin Costner spielt solide seinen Part als „Lone Wolf“, wie schon fünf Jahre zuvor in „Dances with Wolves“ und zwei Jahre nach „Waterworld“ in „Postman“.

Diese Rolle spielt er sehr gut, allerdings ist es keine anspruchsvolle Rolle für einen Schauspieler von Costners Kaliber. Jeanne Tripplehorn spielt ebenfalls solide und geizt nicht mit ihren Reizen.

Tina Majorino ist liebenswert, jedoch im englischen Original ein wenig nervig, was an ihrer quitschigen Kinderstimme liegt. Ihre deutsche Synchronstimme ist dagegen angenehmer.

Eine Ausnahme, wenn man berücksichtigt, dass die original Stimmen fast immer passender wirken.

Zwar merkt man Dennis Hopper an, dass ihm die Rolle des Deacon sichtlich Spaß bereitet,  allerdings beweist er mal wieder, dass seine Lohrbären für „Easy Rider“ inzwischen zu Himbeeren gereift sind. Seine Darstellung ist zwar originell, jedoch gespickt von sinnlosen und teils

lächerlichen Dialogen.  Dies trägt dazu bei, dass der Film stellenweise wie ein ultra aufwändiger Trashfilm daherkommt, eine Tatsache, die „Waterworld“ allerdings umso sympathischer und gewagter erscheinen lässt. Ob es Reynolds und Costners Absicht war, einen 175 Millionen $ teuren Trashfilm zu produzieren, bleibt dahingestellt.

Der einzige Schauspieler, der aus der Masse hervorsticht, ist Kim Coates als verrückter Drifter, der sich mit einer Flasche voller Zeitungspapier eine halbe Stunde mit Helen erkaufen will.

Er wirkt authentisch und originell mit seinen Gestiken, seinem schwer verständlichen Gerede und seinem unvorhersehbaren Verhalten.

„Waterworld“ wurde zu Unrecht von Kritik und Publikum verschrieen und hat nie wirklich eine Chance bekommen.

Das Versprechen, ein gut gemachter, postapokalyptischer Action Abenteuer Film zu sein, hält er allemal.

Mehr noch ist „Waterworld“ ein Phänomen, weil es ein mutiger Schritt zum Filmemachen der alten Schule ist, zum materialistischen Filmemachen.

Hinter dieser Idee steckt ein unglaubliches Potential, mit noch unglaublicheren Möglichkeiten.

Zugegeben, es wurde nur ein Teil dieses Potentials ausgeschöpft, aber dieser Teil ist actionreich, emotional, originell und vor allem atmosphärisch unvergleichlich.

Johannes Scholten              

FAZIT  Waterworld ist einer der meist unterschätzten Filme aller Zeiten!

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Veröffentlicht am 27. Juli 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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