Somewhere

ANSPRUCH: 

***

TITEL:

Somewhere

SPANNUNG: 

*

ENTSTEHUNGSLAND:

USA

ACTION:        

 

ERSCHEINUNGSJAHR:

2010

HUMOR:        

**

REGIE:

Sofia Coppola

EROTIK:        

**

DARSTELLER:

Stephen Dorff

Elle Fanning

Chris Pontius

Michelle Monaghan

GEWALT:      

 

LÄNGE:

98 Minuten

GENRE:          

Drama

DEUTSCHER KINOSTART:

11. November 2010

ALTERSFREIGABE:

F.S.K. 12

INTERNETSEITE:

http://www.focusfeatures.com/somewhere

 

 

Somewhere Kinoplakatmotiv

WERTUNG:

 

 

 

 Der Daumen zur Seite

 

 

 

 

  Dieser Film könnte ihnen gefallen, wenn sie

LOST IN TRANSLATION von Sofia Coppola und die TV-Serie ENTOURAGE mochten.

 

 

 

 

 

Inhalt

Der erfolgreiche Hollywoodstar Johnny Marco hat alles, was man haben kann.

Einen Ferrari, ein Zimmer im begehrtesten Hotel der Stadt, das Chateau Marmont, ebenso wie jede Frau, die er begehrt.

Eines Tages steht seine 11 jährige Tochter vor der Tür.

Johnny, der bisher nicht einmal im Stande war, sich um sich selbst zu kümmern, muss nun Verantwortung für zwei übernehmen und sein Leben ändern…

 

Kritik

Viele träumen davon, berühmt zu sein, ein Star, jemand, an den man sich erinnert und den die Menschen lieben.

Das aufkeimen von Castingshows wie Unkraut aus dem Boden, beweist diese Tatsache zusätzlich. Nie war es so „In“, berühmt zu sein, wie heute. Ob es am zunehmenden Verlust der Individualität und Persönlichkeit durch die Globalisierung, oder alleine an der Tatsache liegt, dass es immer mehr Menschen auf der Welt gibt und es immer schwerer wird, überhaupt noch aufzufallen, man weiß es nicht.

Ähnlich wie schon in Sofia Coppolas „Lost in Translation“, schildert die Regisseurin auch in „Somewhere“ die für die meisten unsichtbare Verantwortung des Berühmtseins und der Konsequenzen, die entstehen, wenn man diese nicht schultert.

Erneut, ist der Protagonist ein vereinsamter und von der Routine bedrängter Hollywoodschauspieler, der verzweifelt nach einem Ausweg sucht.

Bei „Lost in Translation“ war es Bill Murray als Bob Harris, nun ist es Stephen Dorff als Johnny Marco, Prototyp eines erfolgreichen Hollywoodjungdarstellers, in der Realität würde man ihn Cruise oder Pitt nennen.

Das Sofia Coppola mit Dorff und Murray zwei Schauspieler wählte, die früher großen Ruhm erlangten und dann irgendwie in der Versenkung verschwanden, verleiht den beiden gebrochenen und frustrierten Charakteren, die sie verkörpern zusätzliche Authentizität.

Selten wurde die Schattenseite des Ruhmes so tiefgründig und emotional beleuchtet wie bei Coppola. Sieht man sich „Lost in Translation“ und „Somewhere“ an, so verliert man förmlich den Wunsch nach „Fortune & Glory“. Später im Film sagt Johnny Marco zu seiner Exfreundin, oder besser seinem „Ex-One Night Stand“ und gleichzeitig Mutter seiner Tochter: „Ich bin ein Nichts, eine leere Hülle!“. Damit bringt er die gesamte Aussage des Filmes auf den Punkt.

Oftmals, wenn man berühmt ist, verkauft man dafür seine Seele, ist umgeben von falschen Freunden und trotz der Menschenmassen im Grunde allein.

Das einzige, was Johnny noch Freude macht, ist das ziellose herumfahren in seinem Ferrari und der bedeutungslose Gelegenheitssex mit Groupies und Prostituierten.

Erst die Begegnung mit seiner Tochter zwingt ihn, über sein Leben nachzudenken, legt aber auch auf schmerzhafte Weise besagte Missstände offen.

Stephen Dorff ist eine perfekte Besetzung. Seine lässige Art und die Tatsache, dass er quasi sich selbst spielt (wenn auch in karikativem Maße) lassen Johnny Marco sehr authentisch erscheinen. Auch seine echte Karriere ist bisher kein Musterbeispiel für einen erfolgreichen Hollywoodschauspieler gewesen. 1998 hatte er seinen ersten großen Erfolg, als er in Stephen Norringtons Comicverfilmung „Blade“ den Vampir Deacon Frost mimte. Danach folgten bis 2008 lediglich Rollen in kleineren Filmen, von denen die meisten eher dürftig waren. Mit „Felon“ machte er 2008 dann erneut auf sich aufmerksam und bekam daraufhin eine Rolle in Michael Manns missglücktem Seitensprung „Public Enemies“ (2009).

Mit „Somewhere“ scheint Dorff nun zumindest wieder „sichtbar“ geworden zu sein.

Elle Fanning, die kleinere Schwester von Wunderkind Dakota, gibt eine ebenso sympathische Performance. Für ihre 12 Jahre, spielt sie erstaunlich routiniert, auch wenn man irgendwie merkt, dass sie, ähnlich wie ihre Schwester, im Blockbusterfach beheimatet ist.

Der Fokus von Coppola liegt, wie man es von ihr gewohnt ist, auf den Schauspielern.

Musikalisch ist der Film sehr sparsam unterlegt worden. Wie auch schon bei „Lost in Translation“ hat die Regisseurin bei „Somewhere“ die Aufgabe des „underscorings“ in die Hände des Quartets „Phoenix“ gelegt.

Zwar ist „Somewhere“ ein durchaus gelungener Film, jedoch ist fraglich, warum sich Sofia Coppola erneut dem nahezu identischen Thema, wie schon bei „Lost in Translation“ widmete und nicht etwas Neues schuf.

„Somewhere“ vermittelt einen interessanten Blick auf die Kehrseite des Ruhmes.

Ob man alleine mit diesem Thema einen abendfüllenden Spielfilm inszenieren kann / sollte, ist fraglich.

Johannes Scholten

FAZIT Toll gespieltes und authentisches Portrait einer gequälten Seele. Allerdings leidet die Spannung unter der frustrierenden Atmosphäre und im Grunde oberflächlichen Story!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Veröffentlicht am 28. Juli 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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