Tödliches Kommando-The Hurt Locker

ANSPRUCH: 

**

TITEL:

Tödliches Kommando-The Hurt Locker

SPANNUNG: 

***

ENTSTEHUNGSLAND:

USA

Kanada

Jordanien

ACTION:        

***

ERSCHEINUNGSJAHR:

2008

HUMOR:         

 

REGIE:

Kathryn Bigelow

EROTIK:        

 

DARSTELLER:

Jeremy Renner

Anthony Mackie

Ralph Fiennes

David Morse

GEWALT:      

***

LÄNGE:

131 Minuten

GENRE:          

Kriegsfilm

Action

DEUTSCHER KINOSTART:

13. August 2009

ALTERSFREIGABE:

F.S.K. 16

INTERNETSEITE:

http://www.thehurtlocker-movie.com

 

Tödliches Kommando-The Hurt Locker Kinoplakatmotiv

WERTUNG:

 

 

 

Der Daumen hoch

 

 

 

 

  Dieser Film könnte ihnen gefallen, wenn sie

IM TAL VON ELAH mit

Thommy Lee Jones von Paul Haggis und

VON LÖWEN UND LÄMMERN

von Robert Redford mochten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt

Nachdem der Staff Sargeant eines Bombenräumkommandos bei einer Explosion ums Leben gekommen ist, bekommen die beiden Soldaten Sanborn und Eldridge einen neuen Vorgesetzten zugeteilt.

Dieser ist ein Adrenalinjunkie, welcher den Krieg als Droge betrachtet.

Mit seinen waghalsigen Cowboyaktionen gefährdet er nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Kameraden.

Sanborn und Eldridge sind von dieser Tatsache nicht gerade begeistert, da sie in wenigen Wochen nach Hause geschickt werden sollen.

Als die Einsätze durch Staff Sargeant James` Verhalten immer gefährlicher werden, müssen die beiden eine Entscheidung treffen…

 

Kritik

Nach eher mittelmäßigen Filmen, wie dem Flop „K – 19 –  The Widowmaker“ und „Blue Steel“, ist Actionregisseurin Kathryn Bigelow mit „The Hurt Locker“ absolut unerwartet ein Meisterwerk gelungen.

Perfekt verbindet der Film unterhaltsame, massentaugliche Action mit sozialkritischen und anspruchsvollen Momenten, die Teilweise das höchst authentische Flair eines Dokumentarfilmes über den Krieg im Irak verstreuen.

Ebenfalls eine Kontrastierung sind die Protagonisten von „The Hurt Locker“.

Während der draufgängerische Staff Sargeant William James ein Adrenalinjunkie ist, der die täglichen Gefahren des Krieges als Droge betrachtet, wollen seine beiden Teamkollegen Sanborn und Eldridge nur so schnell wie möglich nach Hause und zwar lebendig.

James hingegen hat zwar Frau und Kind, allerdings langweilt ihn das zivile Leben.

Nur im Kampfeinsatz als Bombenentschärfer ist er voll in seinem Element.

Diese Einstellung wirft moralische Fragen auf, da James nur in den Krieg zieht, weil ihn das Leben in den Staaten langweilt, er geht nicht aus Überzeugung. Somit wird der gesamte Krieg quasi zweckentfremdet und letztendlich „entglorifiziert“.

Es gibt keine Helden im Irak, sondern nur Leute, die dort sein müssen und einige wenige, die da sein wollen, wie James.

Es ist eine trostlose und im Grunde genommen aussichtslose und sinnlose Situation, in der sich die Soldaten befinden.

„Eigentlich ist es egal was du tust, du bist tot, so, oder so!“ bringt es Eldridge auf den Punkt.

Genau das ist auch die Kernaussage von „The Hurt Locker“.

Man sollte meinen, dass dies die Aussage von so ziemlich jedem Kriegsfilm ist, allerdings wird diese Botschaft hier auf sehr originelle und vor allem neue Art vermittelt.

Durch den dokumentarischen Stil wirkt der Film enorm authentisch und abschreckend. Gleichzeitig ist er aber konsumierbar und zudem äußert spannend.

Sogar beim Casting hat Kathryn Bigelow den Spieß einfach umgedreht.

Anstatt die Hauptrollen mit den Stars zu besetzen und die Nebenrollen mit eher unbekannten TV–Darstellern, hat sie die drei Hauptrollen an Jeremy Renner als Staff Sargeant William James, Anthony Mackie als Sargeant JT Sanborn, sowie an Brian Geragthy als Specialist Owen Eldridge vergeben. Alle drei haben zuvor fast ausschließlich Nebenrollen in Kinofilmen, sowie Rollen im Fernsehen übernommen.

Stars wie Ralph Fiennes, David Morse und Guy Pierce sind hingegen nur in Nebenrollen zu sehen. David Morse ist nicht mal fünf Minuten lang zu sehen und Pierce und Fiennes sterben umgehend. Ein Konzept, das aufgeht. Durch die jungen, unverbrauchten Protagonisten ist der Film zusätzlich realistisch und die Stars in den Nebenrollen machen einfach nur Spaß, da sie zwar vorhanden sind, jedoch dem Film nicht ihren Stempel aufdrücken.

Besonders Jeremy Renner spielt sehr überzeugend die Rolle des Adrenalinjunkies Sargeant William James. Er versucht die Tatsache, dass ihm der Krieg Spaß macht, mit Alkohol vor sich selber und mit einem Pokerface vor seinen Kameraden zu verbergen.

Dass er eine menschlichere Seite hat, wird klar, als er sich mit einem irakischen Jungen namens Beckham anfreundet. Als dieser schließlich getötet wird, zieht James los, um sich an den Verantwortlichen zu rächen, jedoch ohne Erfolg. Am Ende stellt sich heraus, dass der Junge gar nicht getötet wurde und James ist wieder der Alte. Ein Profi ohne Emotionen.

Die Kameraarbeit ist sehr gut. Wie bereits erwähnt, wechseln sich im Dokustil gefilmte Handheld Aufnahmen mit fürs Kino typischen Kran-und Dollyfahrten ab, eine effektive Mischung, die maßgeblich zur Atmosphäre des Filmes beiträgt.

Auch die Musik von Marco Beltrami ist mit deprimierenden Streichereinlagen sehr gelungen und ergänzt das Geschehen optimal.

Schön ist hier auch, dass Beltramis Score sehr dezent ist, was bei „The Hurt Locker“ von Vorteil ist, da Musik den Zuschauer stets daran erinnert, dass er einen Film sieht und nicht die Realität.

Hoffentlich werden wir in Zukunft mehr Filme von Kathryn Bigelow sehen, die dem Standard von „The Hurt Locker“ gerecht werden, denn dann wird sie endlich den Sprung in die A–Liga der Regisseure schaffen, der ihr bisher verwehrt blieb.

Johannes Scholten

FAZIT  “Apocalypse Now”, “Platoon”, “Full Metal Jacket”, “Von Löwen und Lämmern”, “Tödliches Kommando-The Hurt Locker”…

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Veröffentlicht am 28. Juli 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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