The Road

ANSPRUCH:   

****

TITEL: 

The Road

SPANNUNG:   

***

ENTSTEHUNGSLAND: 

USA

ACTION:          

*

ERSCHEINUNGSJAHR: 

2009

HUMOR:            REGIE: 

John Hillcoat

EROTIK:           DARSTELLER: 

Viggo Mortensen

Kodi Smit-McPhee

Robert Duvall

Guy Pearce

GEWALT:        

***

LÄNGE: 

111 Minuten

GENRE:            

Postapokalyptisches Drama

DEUTSCHER KINOSTART: 

07. Oktober 2010

ALTERSFREIGABE:  

F.S.K. 16

INTERNETSEITE: 

http://www.theroad-movie.com/

The Road Kinoplakatmotiv

WERTUNG:

  Der Daumen hoch

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie 

THE BOOK OF ELI mit Denzel Washington von Albert und Allen Hughes mochten.

 

 

 

 

Inhalt

Ein Vater und sein Sohn. Sie sind alleine, verloren und die Lage scheint hoffnungslos.

Die Welt wurde von einer Katastrophe heimgesucht und vermutlich vollständig zerstört.

Die Überlebenden haben kaum noch etwas zu Essen und die meisten sind zu Kannibalen geworden.

Nur der Vater rebelliert gegen das komplette Verschwinden der Zivilisation und predigt seinem Sohn ohne Unterlass ein, dass er das „Feuer bewahren“ müsse, dass er niemals die Hoffnung verlieren soll, nicht so wird, wie die meisten anderen und sich seine Menschlichkeit erhält…

 

Kritik

Ohne Umschweife steigt John Hillcoats Film in die Handlung ein und die hat es in sich!

Die Welt ist düster, ohne Hoffnung und vollkommen zerstört.

Einzig die Rückblenden, in denen Charlize Theron als Viggo Mortensens Frau zu sehen ist, wirken freundlich und einladend. Sie bilden einen massiven Kontrast zum eigentlichen Film.

Dieser Kontrast verschwimmt allerdings nach und nach immer weiter, je näher die Katastrophe rückt.

Man spürt förmlich, wie es mit der modernen Zivilisation zu Ende geht und die Stimmung der Familie zunehmend gereizter wird.

Das Ganze gipfelt in einer der schockierendsten Szenen des gesamten Filmes, in der sich die Mutter von ihrem Mann abwendet, und sich alleine, zum sterben in die Kälte zurückzieht. Verzweifelt versucht er sie daran zu hindern, fleht sie an zu bleiben, ohne Erfolg.

Sie hat sich schon längst emotional von ihm abgekoppelt und ihren Lebenswillen verloren.

Charlize Theron und Viggo Mortensen spielen diese Szene mit einer unglaublichen dramaturgischen Tiefe. Man ist emotional überwältigt und einfach nur erschüttert, von der erdrückenden Situation der Protagonisten.

Ähnlich intensiv ist auch der Rest des Filmes.

Der Junge und der Mann treffen auf zerstörte Landschaften und triste Leere, auf Kannibalen und auf einen alten Mann, der sich schon aufgegeben hatte.

Aus der Begegnung mit dem Jungen schöpft er schließlich neue Kraft.

„Ein Kind, dass ich das noch zu sehen bekomme, wer hätte das ahnen können?“.

Hillcoat zeigt uns die „Devolution“, die umgekehrte Evolution.

Man bekommt vor Augen geführt, wie schmal und wackelig der Grad ist, den wir Zivilisation nennen und hinter dem wir unsere wahre Natur zu verbergen suchen, die Tatsache, dass auch der Mensch nur ein Tier ist.

Menschen essen sich gegenseitig, um zu überleben und die Wörter „Moral“ und „Nächstenliebe“, die gibt es nicht mehr.

Selten hat man dies mit so niederschmetternder Kompromisslosigkeit unter die Nase gerieben bekommen, wie in „The Road“.

Auch der Vater schöpft seine Kraft aus seinem Jungen: „Du bist der Grund, warum ich noch existiere!“, sagt er.

Immerzu versucht er dem kleinen Moral und menschliche Wertvorstellungen einzuprägen, während sie durch, von Kannibalen besiedelte Wälder der Hoffnungslosigkeit ziehen, wirkt dieses Vorhaben geradezu absurd.

Sie wandern als letzte Bastion der Menschlichkeit in Richtung Meer.

Warum? , dass wissen sie vermutlich selbst nicht mehr. Sie tun es, um ein Ziel zu haben, welches auch immer das sein mag.

Es fällt nicht weiter auf, dass der Film eine echte Starbesetzung zu bieten hat.

Sie alle spielen sich die Seele aus dem Leib, ohne sich jedoch in den Vordergrund zu drängen. Die Handlung hat hier mehr als genug Luft, um sich zu entfalten und die Schauspieler tragen das Ganze auf ihren Schultern. Besonders Viggo Mortensen ist, wie auch schon in David Cronenbergs „Tödliche Versprechen – Eastern Promises“ unglaublich engagiert und verschmelzt förmlich mit seiner Rolle.

Es ist traurig, dass er nie wirklich die Anerkennung bekommen hat, die er für seine Arbeit verdient und die bestünde nicht nur aus einer 3,85 Kilogramm schweren Statue!

Sogar der kleine Cody Smit-McPhee, kann als sehr talentierte Neuentdeckung gewertet werden.

Er lässt sich nicht von der Präsenz der vielen Stars beeindrucken und scheint während der Dreharbeiten eine enge Bindung zu Viggo Mortensen aufgebaut zu haben. Dementsprechend authentisch ist auch ihre Vater-Sohn Bindung im Film.

Robert Duvall ist kaum zu erkennen und sieht dermaßen heruntergekommen aus, dass man sich fast schon fremdschämt, eine beeindruckende Leistung vom Hollywoodveteranen.

Das auch er nie den ganz großen Durchbruch hatte, sondern meist „nur“ Nebenrollen gespielt hat, in seiner fast 60 Jahre umfassenden Leinwandkarriere, verbindet ihn mit Viggo Mortensen und auch mit Guy Pearce, der am Ende kurz als Familienvater zu sehen ist.

Es gibt sie, die Legenden im Hintergrund.

Leute wie Harry Dean Stanton, Roy Scheider, oder eben Robert Duvall.

Vielleicht sind gerade sie die besten Schauspieler, weil sie trotzt jahrelanger Leinwandpräsenz noch kaum verbraucht sind.

John Hillcoat hat nun einige von ihnen in seinem Film vereint und ein kleines Meisterwerk geschaffen!

 

Johannes Scholten

 

FAZIT Noch nie war die Apokalypse so authentisch wie hier.

„The Road“ ist ein Aufruf zur Menschlichkeit, wie er intensiver nicht sein könnte!

 

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Veröffentlicht am 12. August 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. H.S.-Scholten

    Dieser Film hat mich zu tiefst getroffen. Ich kann die Bilder, der in Reserve gehaltenen Menschen im dunklen Kellerverliess nicht vergessen. Sollte diese, f´ür mich sehr schöne Welt, in ein solches Chaos versinken, haben wir es unserer eigenen Spezies zu verdanken.
    Übrigens, der Gedanke des Vaters, das Meer zu erreichen, stammte von seiner Frau bevor
    sie in die „Kälte“ ging.
    Gib Acht Auf Die Welt-Wir Haben Nur Die Eine!

    Gruss HS.-Scholten

  2. Ja, da hast Du absolut recht, was die Frau angeht, wie auch die Aussage über die Kathastrophe und das wir sie selbst verschuldet haben (werden).

    PS: Habe die Umgangssprache aus dem Text entfernt, vielen Dank für den Hinweis und keep looking!

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