Maman ist kurz beim Frisör

ANSPRUCH: 

***

TITEL:

Maman ist kurz beim Frisör

SPANNUNG: 

**

ENTSTEHUNGSLAND:

Kanada

Frankreich

ACTION:        

 

ERSCHEINUNGSJAHR:

2008

HUMOR:         

 

REGIE:

Lea Pool

EROTIK:        

 

DARSTELLER:

Marianne Fortier

Elie Dupuis

Hugo St-Onge-Paquin

Laurent Lucas

GEWALT:       

*

LÄNGE:

93 Minuten

GENRE:          

Drama

Coming of Age Film

DEUTSCHER KINOSTART:

03. September 2010,

(Ausstrahlung auf Arte um 20:15 Uhr)

19. November 2010 (Direct to Video)

ALTERSFREIGABE:

F.S.K. 6

INTERNETSEITE:

http://dvd.senator.de/kauf_dvd/a_z/maman_ist_kurz_beim_friseur/

 

 

Maman ist kurz beim Frisör Kinoplakatmotiv

WERTUNG:

 

Der Daumen schräg nach oben

 

 


  Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie das Coming of Age Drama

STAND BY ME – DAS GEHEIMNIS EINES SOMMERS und Mel Gibsons

DER MANN OHNE GESICHT mochten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt

Sommer 1966 im französisch – kanadischen Quebec: Eine Mutter verlässt Mann und Kinder, weil sie sich von ihrem verklemmt, homosexuellen Ehepartner erdrückt fühlt.

Nun muss die Familie alleine zurechtkommen, zum ersten Mal ohne die Hilfe der Mutter und Hausfrau.

Jedes der insgesamt drei Kinder geht anders mit der Situation um.

Die große Schwester Elise freundet sich mit einem stummen Fremden an, der ihr Kraft und neue Motivation gibt, der jüngere Bruder schraubt ununterbrochen an seiner Seifenkiste und der kleinste zieht sich in seine Gedankenwelt zurück, verliert komplett jeden Bezug zur Realität und seiner Umwelt…

 

Kritik

Der Titel „Maman ist kurz beim Frisör“ ist ein erneuter Beweis, dass französische Filme oft einen vollkommen unpassenden, sogar sinnlosen Titel haben.

Man sollte meinen, dass sich hinter diesem Titel eine Komödie a la „Willkommen bei den Schtiis“ verbirgt, aber nein.

Es erwartet den Zuschauer kein französisches feel good movie, sondern ein sensibles, kanadisches Drama.

Schauspielerisch gibt es nichts auszusetzen, im Gegenteil, sogar die Jungdarsteller, die den Film auch gleichzeitig tragen, überzeugen auf ganzer Linie.

Es gibt zwei Arten von Kinderdarstellern.

Die einen schauspielern, die anderen sind einfach sie selbst.

Hier trifft man auf letztere. Sie sind unverbraucht und haben keine Hemmungen, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen.

Auch die Erwachsenen sind gut besetzt.

Celine Bonnier stellt die unterdrückte Frustration der Mutter sehr gut dar.

Zwar merkt sie, dass etwas nicht stimmt mit ihrem Mann, dass er sie anders behandelt und nicht mehr mit ihr schlafen möchte, jedoch ist sie zu naiv, zu kleinbürgerlich, um den Grund zu lokalisieren.

Ihr Mann, gespielt von Laurent Lucas, geht einfach seinen Weg und merkt nicht, wie viel er dabei zerstört. Auch er ist naiv, glaubt er doch, dass er seine Frau und seinen Freund parallel behalten kann.

Am beeindruckendsten ist allerdings Hugo St-Onge-Paquin als kleinster der Familie Benoit Gauvin. Seine totale Abhängigkeit von der Mutter wird erst richtig deutlich, als sie ihn verlassen hat. Ohne jemanden, der entsprechend auf seine Gefühle reagieren kann, muss er sich mit sich selbst beschäftigen. Dieser Aufgabe ist er nicht gewachsen und fängt an, sich zurückzuziehen, andere und sich selbst zu verletzen.

Es ist erstaunlich, wie realistisch der kleine diese umfangreiche Gefühlspalette übermittelt. Gefilmt wurde in und um Quebec in Kanada.

Die Bilder, die Kameramann Daniel Jobin hier einfängt, sind von poetischer Schönheit und täuschen manchmal über den ernsten Unterton des Filmes hinweg.

Auch die preisgekrönte Musik von Laurent Eyquem ist wundervoll.

Sie ist voller Dramatik und verleiht dem Film eine ungeahnte Tiefe.

In sämtlichen Aspekten ist eine seltsame Sensibilität und Emotionalität vorhanden.

Es ist eine Eigenschaft, die man in Filmen wie „Lost in Translation“ und „Das Piano“ vorfindet. Filme, bei denen Frauen auf dem Regiestuhl Platz nahmen.

Ihre Sicht auf die Gefühlswelt der Charaktere und vor allem auf die Sexualität ist eine andere, als bei ihren männlichen Kollegen. Mal wirkt sie naiv und unpassend, wie in Kathryn Bigelows „Blue Steel“ und mal ist sie einfach passend, wie es bei „Maman ist kurz beim Frisör“ der Fall ist!                                                                                                                

Johannes Scholten

FAZIT

Ein großer Film in kleinem Gewand.

Tolle Schauspieler und eine ruhige und bedachte Inszenierung.

 

 

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Veröffentlicht am 16. August 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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