Der Duft der Frauen

ANSPRUCH: 

***

TITEL:

Der Duft der Frauen

SPANNUNG: 

***

ENTSTEHUNGSLAND:

USA

ACTION:        

 

ERSCHEINUNGSJAHR:

1992

HUMOR:        

**

REGIE:

Martin Brest

EROTIK:        

*

DARSTELLER:

Al Pacino

Chris O`Donnell

James Rebhorn

Philip Seymour Hoffman

GEWALT:      

*

LÄNGE:

157 Minuten

GENRE:          

Drama

DEUTSCHER KINOSTART:

04. März 1993

ALTERSFREIGABE:

F.S.K. 12

INTERNETSEITE:

http://www.universalstudiosentertainment.com/scent-of-a-woman/

 

Der Duft der Frauen Kinoplakatmotiv

WERTUNG:

 

 

 Der Daumen hoch

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Inhalt

Unterfordert, gelangweilt und frustriert, lebt der blinde, ehemalige Kriegsheld Lieutenant Colonel Frank Slade gemeinsam mit seiner Familie in New Hampshire.

Als die Verwandten für einige Tage verreisen wollen, engagieren sie den Schüler einer nahe gelegenen Schule, Charlie Simms, um auf Slade aufzupassen.

Kaum ist seine Familie weg, offenbart der Colonel dem Jungen, dass er nach New York fliegen und dort einen äußerst eigenwilligen Kurzurlaub verbringen möchte.

Simms, der eigentlich zurück in die Schule müsste, begibt sich gezwungenermaßen auf einen Selbstfindungstrip mit dem blinden Frank Slade, der sich als Achterbahnfahrt der Gefühle entpuppt…

 

Kritik

Kaum zu glauben, dass ein Regisseur, der seinen Durchbruch mit einer Actionkomödie aus den 80er Jahren schaffte, einen solchen Film inszeniert.

Offensichtlich ist in Hollywood nichts unmöglich und offensichtlich ist Martin Brest äußerst wandlungsfähig.

Mit insgesamt sieben Spielfilmen, hat der Mann vom einen Genreextrem zum anderen bereits alles in Angriff genommen.

Nach „Der Duft der Frauen“, landete er nach sechsjähriger Abstinenz vom Regiestuhl mit dem Brad Pitt Liebedrama „Rendezvous mit Joe Black“ einen weiteren Hit.

Fünf Jahre später, schaufelte er sich mit „Liebe mit Risiko – Gigli“ sein eigenes Grab.

Eine Auszeichnung für die Goldene Himbeere als schlechtester Regisseur und katastrophale Kritiken, waren das Ergebnis der Kollaboration mit Ben Affleck und Jennifer Lopez.

Danach wurde es still um Martin Brest.

Allerdings hat er sich mit „Der Duft der Frauen“ sicherlich für immer im Gedächtnis der Traumfabrik eingebrannt.

Der Film ist ein reines „Acting Feature“, alles fußt hier auf den Darstellern.

Al Pacino ist die absolute Idealbesetzung und verkörpert mit sichtlicher Passion den erblindeten Colonel.

Eine derartige „Tour de Force“ sieht man nicht alle Tage und in den meisten Fällen ist, wie auch hier, ein Academy Award das Resultat.

Pacino spielt nicht, er lebt den Charakter.

Wie die meisten unsterblichen Filmstars, Brando, DeNiro und Mastroianni, entblößt er sich nie vollkommen, niemals verliert er die Kontrolle und ist stets auch Al Pacino.

Seine Aussprache, die Anflüge von cholerischen, in Kontrast mit ebenso eloquenten wie auch amüsanten kommunikativen Ergüssen, lassen ihn unberechenbar, wild und doch verletzlich erscheinen.

Das Pacino es schafft, dem Zuschauer zu vermitteln, er wäre wirklich blind, dass er niemals blinzelt oder den Blick fokussiert, offenbart abermals die Tatsache, dass man es hier mit einem der besten Mimen in der Geschichte des Mediums zu tun hat.

Er steht im denkbar krassen Gegensatz zu den Jungdarstellern des Filmes, unter ihnen Philip Seymour Hoffman als reicher, verzogener Bengel und Chris O`Donnell als Charlie Simms.

Amüsant ist, dass der zukünftige Oscarpreisträger Hoffman aussieht wie Rupert „Ron Weasly“ Grint und Chris O`Donnell problemlos als Harry Potter durchgehen könnte.

Auch wenn die beiden, besonders Hoffman, ein hervorragendes und intensives Spiel präsentieren, ist es schade, dass Chris O`Donnells Charakter Charlie Simms nie wirklich aufblüht, sondern stets der introvertierte und devote Schuljunge bleibt.

Man hat das Gefühl, dass Al Pacino durch seine schauspielerische Glanzleistung Chris O`Donnell zum agieren anspornen muss.

Möglicherweise verblassen die anderen Mimen aber auch nur, im grellen Licht des Al Pacino, welches nie heller leuchtete.

Ein hervorragendes Drehbuch mit tollen Dialogen und einem unglaublich originellen Charakter, bravourös interpretiert von Al Pacino, machten „Der Duft der Frauen“ zu einem modernen Klassiker, was eine mehr als legitime Entwicklung darstellt!

 

Johannes Scholten

 

FAZIT Ein schauspielerischer Erlkönig, „Two Thumbs Up“!

 

 

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Veröffentlicht am 24. August 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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