Drive

ANSPRUCH: 

**

TITEL:

Drive

SPANNUNG: 

***

ENTSTEHUNGSLAND:

USA

ACTION:        

**

ERSCHEINUNGSJAHR:

2011

HUMOR:   REGIE:

Nicolas Winding Refn

EROTIK:        

**

DARSTELLER:

Ryan Gosling

Carey Mulligan

Albert Brooks

Ron Perlman

GEWALT:      

***

LÄNGE:

100 Minuten

GENRE:          

Thriller

DEUTSCHER KINOSTART:

26. Januar 2012

ALTERSFREIGABE:

F.S.K. 16

INTERNETSEITE:

http://drive.mgfilm.hr/

Drive Kinoplakatmotiv

WERTUNG:

Der Daumen hoch

Dieser Film könnte ihnen gefallen, wenn Sie

DRIVER von Walter Hill mit Ryan O`Neal mochten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt

Ein Stuntfahrer ohne Namen. Am Tage arbeitet er als Double für die Stars und als Mechaniker, in der Nacht ist er Fluchtwagenfahrer.

Sein Leben ist routiniert und absolut anonym, kalt, einsam.

Als er seine attraktive Nachbarin Irene und deren sechsjährigen Sohn Benicio kennenlernt, entwickelt sich eine unausgesprochene Romanze zwischen Irene und dem Driver, die das Leben der beiden radikal verändert…

 

Kritik

Nicolas Winding Refn, ein Mann zwischen zwei Welten, einer der wenigen, wenn nicht sogar der einzige Filmemacher, der es vollbringt, seine europäischen Wurzeln nicht zu vergessen und diese stattdessen erfolgreich auf ein amerikanisches Konzept anzuwenden, quasi „Nouvelle Hollywood“.

Und doch sind seine Filme für viele Zuschauer nicht zugänglich, schwer greifbar.

Dies ist wohl damit zu begründen, dass sich, besonders in Deutschland, viele Zuschauer an Ihre Sehgewohnheiten klammern, unfähig, sich auf neues Terrain zu begeben.

Mit polarisierenden Werken wie „Bronson“ und „Walhalla Rising“, setzt er uneingeschränkte filmische Toleranz voraus und stößt damit häufig auf zementierte Ansichten.

Dabei ist er die Zukunft des internationalen Films.

In einer Zeit, in der kopiert, geremaked, gerebooted und gesequelt wird, bietet Refn den Leuten etwas neues, oder zumindest neu konstruiertes, so wie einst Tarantino es mit „Pulp Fiction“ getan hat.

Der Däne vereint europäische Charakterzeichnung mit der Weitsichtigkeit amerikanischer Bildsprache, eine Paarung aus Bergman und Coppola wenn man so möchte.

Das er es schafft, diesen einzigartigen Stil sogar bei seinem Hollywooddebut „Drive“, bei dem er zum ersten Mal in seiner Karriere mit einem nicht von ihm verfassten Stoff arbeitete, zu konservieren und gleichzeitig auf die US-Sehgewohnheiten Rücksicht nimmt, ist ein Spagat, der seines gleichen sucht.

Mit Hollywoodveteranen wie Bryan Singers Stammkameramann Newton Thomas Sigel, David Lynch Komponist Angelo Badalamenti (Auch wenn er ursprünglich für die Musik angedacht war, stammt der Score von Cliff Martinez, der für Steven Soderbergh „Traffic – Die Macht des Kartells“ vertonte und Badalamentis Name war eine Art „Platzhalter“. Erstaunlicherweise wurde der Name im Vorspann nicht geändert), ebenso wie der für den Academy Award nominierte Drehbuchautor Hossein Amini („Die Flügel der Taube“), hat sich Nicolas Winding Refn ein äußerst verlässliches Ensemble gewählt.

Das gleiche gilt auch für den Cast.

Ryan Gosling als Driver ist ein Musterbeispiel für gelungenes, minimalistisches Spiel.

Auch wenn er im Gegensatz zu Mads Mikkelsens nicht minder stoischem Charakter „One Eye“ aus „Wallhalla Rising“ noch beide Augen und seine Zunge hat.

Letztere könnte in Anbetracht seiner Dialogzeilen aber genauso gut fehlen.

Ohne viele Worte, ohne viel Mimik, schafft er es unter der scheinbar emotionslosen Oberfläche eine ganze Palette von Gefühlen zu entfesseln.

Da Goslings Loveinterest „Irene“ (Carey Mulligan) vergleichbar wortkarg ist, bleibt es dem Betrachter überlassen, wie tief er graben will.

Wenn man genau hinsieht, dann wird man eine zarte und wunderschöne Liebesgeschichte in „Drive“ erkennen.

Das als ehemaliger Filmproduzent, Kleinganove und Geldverleiher Bernie Rose gerade der, für seine komödiantischen Darstellungen bekannte Albert Brooks gecasted wurde, ist als hervorragende Entscheidung einzustufen, denn genau das ist es, was seinen Charakter so unberechenbar und beängstigend macht.

Eine andere Figur mit vergleichbarer Kaltblütigkeit ist „Nino“, gespielt von Ron Perlman.

Ein rücksichtsloser Gangster, Mann fürs Grobe ohne jegliche Moral, herrlich anzuschauen.

Besonders seine chauvinistischen Kommentare sind äußerst amüsant.

Der geniale Soundtrack, bestehend aus, im Stile der 80er Jahre gehaltenem Synth-Sound

(z.B. „Nightcall“ von Kavinsky und „Under your Spell“ von Desire) und dem congenialen Score von Cliff Martinez geht eine symbiotische Beziehung mit den hypnotischen Bildern von Newton Thomas Sigel ein.

So wie auch Refns „Bronson“, weißt auch „Drive“ stellenweise einen wunderbaren Musikvideocharakter der alten Schule auf.

 

Johannes Scholten

 

FAZIT Mit „Drive“ hat es Regisseur Nicolas Winding Refn abermals vollbracht, die ohnehin schon hohe Qualität seiner vorherigen Werke erneut zu übertrumpfen.

Refn ist der neue Tarantino, ausgestattet mit dem raren Talent, europäisches mit amerikanischem Kino zu verkoppeln.

Dies ist der Anfang zu einem der bedeutendsten Filmemacher unserer Zeit!

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Veröffentlicht am 25. November 2011, in German Reviews. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. jo jojo,

    schreibst du eigentlich für (online)-magazine, wenn du so eine grosse leidenschaft fürs reviewen hast und in den austausch gehen willst, wär das vielleicht eine gute idee? was meinst du?

    ich find deinen riecher gut für kontexte.
    2 dinge vielleicht:

    1. thematisch blocken, jetzt fliesst alles durch deinen satz, satz, satz style.. was meinst?
    2. manchmal spürt man dich und deine begeisterung sehr heraus, GENIAL zb oder DIE ZUKUNFT DES INTERNATIONALEN FILM ist sehr stark.. zu stark vielleicht für eine analytische rezension? was meinst?

    lg,
    felix

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